Bastille bei Rock am Ring: Ein Künstler zum Anfassen

Konzertkritik : Bastille bei Rock am Ring: Ein Künstler zum Anfassen

Während die Bässe von Slipknot zu hören waren, hat Bastille die Menge bei der Center Stage mitgerissen. Und auf ein aktuelles Thema aufmerksam gemacht.

Die Menge tobt, als der Sänger der britischen Indie-Rockband durch die Menge läuft und singt. Daniel Campbell Smith ist ein Sänger zum Anfassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er strömt durch die Menge und kommt seinen Fans ganz nah. Der Frontmann der 2010 gegründeten und früh berühmt gewordenen Londoner Band Bastille begeistert die Menge. Rumgeschubse sucht man bei Bastille vergeblich - stattdessen wird melodisch mitgesungen, geklatscht und den Texten gelauscht.

Neben bekannten Hits wie Pompeii, Happier und Things we lost in the fire des Albums Bad Blood bei der die Menge lauthals mitsingt und tobt, stellt die Band auch Lieder des neuen Albums Doom Day vor, das noch nicht erschienen ist. „An der Leinwand seht ihr die Texte - singt mit, wenn ihr wollt“, fordert er die Menge auf. Und der Bitte kommen alle gerne nach.

Obwohl die Lieder noch nicht so bekannt sind wie ihre Hits grölt die Menge mit - kaum ein Unterschied ist zu bemerken.

Neben den Texten auf der Leinwand immer erkennbar: Uhren. Als roter Faden zieht sich das Thema Zeit durch den Abend. Fragen wie „Still Avoiding Tomorrow?“ (Immer noch am vermeiden von morgen?) oder Aussagen wie „Alert today, alive tomorrow“ (Heute warnen, morgen am Leben) sind auf der Leinwand zu lesen. Auch zu sehen: Countdownprojektionen bis zum erscheinen des Albumtitels „Doom Days“, der unter anderem auf der Rückseite eines Sofas prangt, auf dem der Frontmann liegend und sitzen singt.

Die Zeit läuft ab, die Zeiger zeigen fünf vor zwölf. „Ihr könnt die aktuelle Klimasituation so ernst nehmen wie ihr wollt“, sagt er. Bilder und Videosequenzen auf der Leinwand zeichnen aber ein deutliches Bild. Ist das Konzert politisch? Nein. Aber Bastille, die auch mit vorherigen Alben auf Klimapolitik hingewiesen haben, nutzen ihre Bekanntheit für das Thema.

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