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Berliner Punkrocker Beatsteaks geben Vollgas bei Rock am Ring

Festival : Endspurt bei Rock am Ring: Berlin-Gang Beatsteaks gibt Vollgas

Auf der Zielgeraden nach drei Festivaltagen Rock am Ring geben die Berliner Punkrocker Beatsteaks am Sonntagabend noch einmal alles. Und schlagen zwischendrin auch sentimentale Töne an.

Die Beatsteaks haben nicht umsonst den Ruf, eine der besten Livebands Deutschlands zu sein. Das beweisen sie auch am späten Sonntagabend beim Finaltag von Rock am Ring 2022. Schon bei den ersten Takten von „Hello Joe“ haben die fünf Punkrocker aus Berlin das Publikum voll im Griff, die vorderen Reihen vor der Bühnen springen bereits.

Leadsänger Arnim Teutoburg-Weiß, anfangs mit rosa Wollmütze, später mit typischem Hütchen, gibt von Beginn an Vollgas. Die Reibeisen-Stimme klingt sogar noch etwas rauer als sonst. Aber schließlich hat die Band auch schon ihren Auftritt beim Schwester-Festival „Rock im Park“ in Nürnberg hinter sich.

„Wir sind zum achten Mal am Ring“, schreit Teutoburg-Weiß den Tausenden Fans vor der Mandora Stage entgegen. Und: „Wir sind da, ihr seid da – was brauchen wir mehr?!“. Dass er richtig Lust auf Party hat, macht der Berliner unmissverständlich klar: „Drehen wir am Rad zusammen?“, fragt er und schiebt ein „wir machen jetzt eine Stunde und 15 Minuten grüne Welle“ hinterher, bevor er mit „Hand in hand“ einen der größten Hits der Band anstimmt.

Und ja, die Fans haben nach drei Festivaltagen noch genug Kraft. Sie tanzen, springen, kreiseln im Moshpit. Bei der Ballade „Hey Du“ wirkt Gitarrist Peter Baumann richtig gerührt, als er auf ein Meer aus klatschenden Händen vor der Bühne blickt. „Ich trete demnächst allein auf - alles mein Geld dann“, scherzt er nach dem Song.

Und das sind eben auch die Beatsteaks. Immer ein flotter Spruch, sich selbst nicht ganz so ernst nehmen. Das Comeback des Traditionsfestivals nach den zwei Jahren Corona-Zwangspause lässt auch die Berliner „Gang“ wie viele Künstler vor ihnen an den Festivaltagen in am Nürburgring sentimental werden. „Ach, das ist so schön. Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist“, schwärmt der Beatsteaks-Frontmann. Der einfach so sympathisch rüberkommt, dass ihm die Fans auch kleine Texthänger verzeihen.

Und dann wird er kurz ernst und bedankt sich bei allen, die solche Auftritte überhaupt erst möglich machen: „Die letzten zwei Jahre waren unglaublich hart für die Bühnencrews, die Fahrer, die Security, die Veranstalter. Es ist so schön, dass wir uns alle hier heute wiedersehen.“

Und die Gelegenheit nutzen die Beatsteaks. Im Programm haben sie alle Kracher – vom wuchtigen „Let me in“ bis zum ganz neuen „Kommando Sunshine.“ Sogar eine kurze Hommage an Billy Talent streuen sie ein, die nach ihnen Rock am Ring 2022 auf der Mandora Stage beenden werden.