Nichts zu sehen, nur zu hören: Tool als erster Headliner bei Rock am Ring

Bandkritik : Nichts zu sehen, nur zu hören: Tool als erster Headliner bei Rock am Ring

Progressive Metal von höchster Güte – zumindest auf der Tonspur: Tool hat den ersten Festivaltag bei Rock am Ring auf der Hauptbühne beendet.

Als erster RaR-Headliner bot die Truppe um „Backmann“ Maynard James Keenan ein audiotechnisch gesehenes – Pardon! „gehörtes“ – Prachtkonzert. Zu sehen gab es kaum etwas.

Damit bleiben Keenan und seine Bandkollegen ihrer Linie treu. Der Sänger steht – wie auch bei anderen Projekten wie A Perfect Circle – irgendwo weit hinten auf der Bühne, wohl um bloß keinen Scheinwerferstrahl abzubekommen. Während Schlagzeuger Danny Carey von Naturaus eher lokal gebunden ist, bewegen sich auch Adam Jones (Gitarre) und Justin Chancellor (Bass) keinen Zentimeter von ihrem Plätzchen am vorderen Bühnenrand – typisch Tool eben.

Eine langweilige, künstliche Videosequenz nach der anderen auf den großen LED-Wänden der Volcano Stage tut ihr Übriges für eine nicht vorhandene Show. Die wenigen Licht- und Lasereffekte sind Standardrepertoire.

Tool-Fans frönen aber eh dem psychodelisch-progressivem Metal aus der PA-Anlage und geben sich den gemächlichen Kopf- und Oberkörperbewegungen hin. Dass die US-Amerikaner an den Instrumenten und beim Sound ganz groß sind ist unbestritten. Doch: Zu einem Headliner gehört eigentlich auch eine Show.

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