Rock am Ring 2019: Tenacious D und die Verrücktheit an der Akustikgitarre

Bandkritik : Tenacious D und die Verrücktheit an der Akustikgitarre

Man nehme zwei Männer – einer Ende fünfzig, einer zehn Jahre jünger – gebe ihnen Akustikgitarren und stelle sie auf eine Hauptbühne bei Rock am Ring mit Zehntausenden Menschen davor. Ein Konzept, das nicht unbedingt erfolgversprechend klingt.

Doch bei Jack Black und seinem kongenialen Partner Kyle Gass, kurz Tenacious D, geht es wieder einmal auf.

Mit mehr Verrücktheit kann man einen Sonntagabend wohl nicht eröffnen. Spätestens bei „Kickapoo“, der Geschichte um einen Jungen, dem zu Hause der Rock verboten wird und der deswegen aus dem elterlichen Heim flieht, kennt die Masse kein Halten mehr. Crowdsurfing, Circle-Pits und Tanzen – kaum ein Fan steht still. Als Black und Gass dann Satan besiegen, von dem ihr Gitarrist besessen ist, packen sie die volle Palette an verschiedenen Stimmlagen, schnellen akustischen Gitarrenparts und harten Riffs aus. Eine Mischung, die das Konzept komplettiert und ihm zum Erfolg verhilft.

Auch bei eher ruhigen Songs wie „Dude“ geht die Menge mit und zeigt sich ebenso stimmgewaltig wie Black und Gass.

Die beiden rocken die Menge, bis die Sonne langsam über dem Nürburgring untergegangen ist. Black zeigt immer wieder, dass sich akustische Gitarren und verrückte Schreie und Texte sehr gut miteinander vertragen.

Fans werden davon nicht verwundert sein, denn „The D“ setzt am Abend das fort, was die Band seit Jahren tut. Nicht mehr, nicht weniger. Kein ausgefallenes Bühnenbild, keine Feuershow und kein Feuerwerk. Und das ist gut so. Denn selten waren akustische Gitarren, Endfünfziger und Endvierziger unterhaltsamer.

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