Rock am Ring 2024 Vielleicht doch lieber Playback: Warum Enter Shikari sich am Ring blamiert hat

Es gibt Bands, die erst bei Live-Auftritten so richtig glänzen. Und dann gibt es Bands, bei denen man sich wünscht, sie nur auf dem Album gehört zu haben.

Enter Shikari bei Rock am Ring 2024
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Enter Shikari bei Rock am Ring 2024

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Foto: Julia Nemesheimer

Dass manchmal ein bisschen mehr Mainstream nicht schadet, beweist kaum eine Band mehr als Enter Shikari. Fast 15 Jahre lang war die Band mit ihrem teils gewöhnungsbedürftigen Sound nur eine Randerscheinung auf den meisten Festivals. Mit ihrem 2017 erschienenen Album „The Spark“ änderte sich das jedoch schlagartig. Zu den destruktiven Post-Hardcore-Sounds mischen sich seitdem elektronische Beats und pop-typische Elemente, die Enter Shikari am Ende ihren ganz eigenen Stil verleihen. Ihr 2023 erschienenes Album „A Kiss for the Whole World“ schaffte es sogar auf Platz 1 der britischen Albumcharts.

Vom Album auf die Bühne ging am Freitag bei Rock am Ring jedoch vom neu gefundenen Zauber der Band viel verloren. Die fast schon absurd schiefe Stimme des Sängers Roughton Reynolds zeigte, wie viel digitale Nachbearbeitung auf dem Album tatsächlich in seiner Gesang steckt. Sowohl die solide Performance der Band als auch die kreative Bühnenshow konnten darüber nur wenig hinwegtrösten.

Auch wenn eingefleischte Fans vor der Bühne für ordentlich Bewegung sorgten, versiegte die Stimmung nur wenige Reihen weiter hinten wieder im Nichts. Große Unterschiede zeigten sich auch zwischen den alten und neuen Songs. Kam bei neueren Liedern schnell etwas Stimmung auf, wurde diese prompt wieder von älteren Stimmungskillern kleingehalten. Wer Enter Shikari am Ring nicht gesehen hat, hat leider auch nicht viel verpasst.

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