So long! Festival Rocco del Schlacko zum Abschluss mit fantastischen Bands

Veranstaltung : So long! Festival Rocco del Schlacko zum Abschluss mit fantastischen Bands

Ein letzter Festivaltag, der besser nicht hätte sein können: Trockenes, warmes Wetter, fantastische Bands und ein begeistertes Publikum – das Rocco del Schlacko 2019 kann sich sehen lassen.

Spätestens beim ausgelassenen Tanzen fallen die letzten Schlammkrusten von Tag zwei von den Schuhen – und dafür gibt es am Samstag genügend Anlass. Zum Nachmittag zeigt sich das Wetter wieder von seiner strahlenden Seite: Ein paar Wolken, ein bisschen Wind und viel Sonne bei angenehmen Temperaturen bilden bestes Open-Air-Wetter. Für das Festivalvolk Anlass, schon bei Zebrahead zahlreich vor der Hauptbühne zu erscheinen.

Die US-Punk-Rocker werden abgelöst von einer zehnköpfigen Brass-Combo aus München. Die Blechbläser von Moop Mama wissen gemeinsam mit Sänger Keno Langbein das Publikum mitzunehmen. Die Hände gehen in die Luft, die Hüften werden geschwungen und, wenn Keno nicht gerade einen Oldschool-Freestyle-Rap zelebriert, singen die Fans lautstark mit. Der Spaß ist beiden Seiten deutlich anzusehen, insbesondere die beiden Trompeter Menzel Mutzke und Martin Hutter sind zu Späßen aufgelegt und verbreiten jede Menge gute Laune.

Für den folgenden Act wird das Publikum insbesondere in der ersten Reihe deutlich jünger. Der 22-jährige Brite, der als Yungblud auftritt, hat Energie für hundert Musiker. Mit eingegipstem Arm und gegen ärztlichen Rat lässt er sich kaum bremsen, spielt Gitarre, rast von einer Seite der Bühne zur anderen, springt über die Bühne und liefert eine Show ab, die fast schon hypnotisch in ihren Bann zieht. Der Brite weiß zu polarisieren, während er im knappen Kleidchen und rosa Söckchen auftritt, sich aus dem Publikum eine Regenbogenflagge reichen lässt und Rammstein indirekt zeigt, was ein richtiger Kuss auf der Bühne ist.

Deren Gitarristen wurden für ihr Küsschen in Moskau als Zeichen gegen Homophobie gefeiert – Yungblud macht das auf den Sauwasen aber mit einer unbändigen Leidenschaft, die nur von seiner Show in den Schatten gestellt wird. Zum Abschluss seines einstündigen Intermezzos lässt er etliche Fans auf die Bühne kommen und startet mit ihnen einen Mini-Moshpit, der sich sehen lassen kann.

Energiegeladen und mit Folk-Punk geht es britisch weiter – Frank Turner and the Sleeping Souls sind gern gesehene Gäste auf Festivals und live immer ein Garant für eine hervorragende Show. Die Setlist ist gespickt mit Klassikern und lässt kaum Zeit für eine Verschnaufpause. Frank Turner fordert seine Fans ganz schön. Etwas über eine Stunde lang tanzen und pogen die Menschen und folgen dabei den zwei Regeln, die bei Turner-Konzerten immer gelten: Seid nett zueinander und habt gemeinsam Spaß, nehmt Rücksicht und Regel Nummer Zwei - Mitsingen, wenn man den Text kennt.

Die Rocco-Besucher wissen das zu beherzigen und machen Show Nummer 2377 zu einem Fest, das traditionell mit „Four Simple Words“ endet und einem großen Kreis, in den Frank Turner kommt, um mit einer Person zusammen zu tanzen, bis es in einem ausgelassenen Moshpit endet.

Bullet For My Valentine schlagen zur Prime-Time mit voller Power zu und bringen – ebenfalls aus Großbritannien – Metalcore ins Saarland. Das Publikum zeigt keine Ermüdungserscheinungen, obwohl seit drei Tagen nonstop gefeiert wird. Moshend und pogend springen die Fans über das Festivalgelände und genießen die gebotene Show.

Mit einem Querschnitt des bisherigen Schaffens ist für alle Fans der 1998 gegründeten Band was geboten – von alten Klassikern bis hin zu neueren Stücken vom 2018 erschienenen sechsten Album „Gravity“. Der letzte Headliner des Wochenendes ist ebenfalls ein Urgestein der Musikgeschichte: The Offspring, 1984 in den USA gegründet, machen Punk-Rock und lassen das Publikum zu den Klassikern weiterfeiern. „The Kids aren’t alright“, „Self Esteem“ oder „Pretty Fly (For a White Guy“ lassen die Sauwasen ein letztes Mal ausrasten. Weiter geht es abschließend auf dem Ponyhof mit Nura (ehemals SXTN, Rap), gefolgt von Trettmann (deutschsprachiger Hip-Hop) und wer dann noch nicht genug hatte, konnte bis fünf Uhr morgens mit dem DJ-Duo Kaputto & Concorde weiterfeiern.

Zusammengefasst: Beim Rocco del Schlacko 2019 war alles mit dabei. Sonnenschein, Regen, beste Musik aus Punk, Rock, Hip-Hop von nationalen wie internationalen Bands, Party vor den Bühnen, auf dem Zeltplatz, tanzende, lachende, feiernde und küssende Menschen, etliche blaue Flecken und Festivalblessuren aus dem Moshpit.

Kurz, das Festival war ein voller Erfolg, das 2020 seine Fortsetzung findet. Natürlich gibt es auch negative Seiten: Die Müllberge werden nicht kleiner und auch wenn die Helfer eine klasse Arbeit geleistet haben bei der gröbsten Beseitigung zwischendurch würden vor allem mehr Müllsäcke genau die Entsorgung vielleicht erleichtern.

Vieles lief reibungslos, auch wenn die Ausschilderung zum Festival und Parkplatz eher spartanisch war und an manchen Stellen an der Kommunikation geschraubt werden könnte, hatten doch 27.000 Festivalbesucher eine hervorragende Zeit im saarländischen Köllerbachtal.

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