1. Dossier

Salmrohr und der kuriose Aufstieg

Jahresrückblick : Salmrohrs kurioser Aufstieg

Wie der FSV durchs Hintertürchen zurück in die Fußball-Oberliga kehrte.

Der Zweitligaaufstieg 1986 gelang, weil der damalige Oberligameister Wormatia Worms keine Lizenz bekam und so der Weg in die Aufstiegsrunde frei war. 13 Jahre später schaffte der FSV Salmrohr auch mal den Klassenerhalt in der Regionalliga, weil mit dem Wuppertaler SV und dem FC Homburg gleich zwei Teams zwangsabsteigen mussten. Der Sprung zurück in die Oberliga war 2006 wiederum auf das mangelnde Aufstiegsrecht der damaligen Spielgemeinschaft Roßbach/Verscheid zurückzuführen.

Die Liste der kuriosen Aufstieg oder Ligaverbleibe setzte sich für die „Macht vom Dorf“ Mitte Juni fort. Da die Aufstiegsrunde zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar coronabedingt nicht mehr stattfinden konnte, durfte aus den Verbandsligen Saar und Südwest sowie der Rheinlandliga jeweils eine weitere Mannschaft aufsteigen. Im Rheinland war es mit Salmrohr hinter der SG Mülheim-Kärlich und dem TSV Emmelshausen sogar noch ein drittes Team – wegen Punktgleichheit wurde der FSV Nutznießer einer Härtefallregelung.

Nach zwei Jahren Abstinenz fand der FSV damit überraschend den Weg zurück ins Oberhaus des Fußball-Südwestens. Unaufgeregt gingen sie in Salmrohr die Herausforderung an, immerhin wurden die Transferaktivitäten aber noch auf Routinier Gustav Schulz  ausgeweitet.

Der heute 35-Jährige war  in jungen Jahren schon mal in Salmrohr aktiv und sammelte dann unter anderem auch bei Eintracht Trier und den zweiten Mannschaften des VfB Stuttgart du des 1. FC Köln sowie in Luxemburg Erfahrung. Mit Torwart-Rückkehrer Sebastian Grub (33) sowie Abwehrchef Michael Dingels (34) soll er die Achse im FSV-Spiel bilden.

Im ersten Spiel der neuen Saison machte aber ein anderer von sich reden: Lucas Abend (22, Foto: Fupa/Verein) hielt im Auswärtsspiel beim hohen Favoriten TuS Koblenz gut zehn Minuten vor Schluss aus rund 25 Metern einfach mal drauf – und traf in den Torwinkel. Abend bahnte nicht nur den Weg zum überraschenden 2:0-Erfolg, sondern schaffte es mit seinem Bilderbuchtor auch in die Endausscheidung bei der Wahl der ARD-Sportschau zum Tor des Monats. Platz vier sprang hier am Ende für ihn heraus. Doch schnell kehrte Ernüchterung bei Abend & Co ein. Verletzungssorgen, aber auch der Mangel an Qualität wurden beim FSV offensichtlich. Hinzu kamen ein paar unglückliche Niederlagen. Im letzten Spiel vor der Corona-Pause gab es dann aber wieder ein deutliches Lebenszeichen: Mit 2:0 wurde beim amtierenden Rheinlandpokalsieger FV Engers gewonnen.

Trainer Lars Schäfer sieht keinen Druck bei seinem Team, den Klassenverbleib zu schaffen, will aber im Frühjahr weiter akribisch daran arbeiten, dass der FSV bestätigt, trotz aller Kuriositäten mit seinem Team zurecht aufgestiegen zu sein.