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Schritt für Schritt zur OB-Wahl-Entscheidung

Schritt für Schritt zur OB-Wahl-Entscheidung

Noch knapp vier Wochen bis zur Wahl des neuen Trierer Stadtoberhaupts: Der TV hat am Montag die Gelegenheit gegeben, zwei der drei Kandidaten kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

TV Stadtrundgang mit Bürgern und den Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl Hiltrud Zock und Wolfram Leibe ,mit anschließender Diskussion im Posthof. TV-Foto: Friedemann Vetter Foto: Friedemann Vetter

Paul de Bruijn ist Rioler und kann nicht mit abstimmen bei der OB-Wahl am 28. September in Trier. Beim vom TV organisierten Rundgang ist der Direktor des Penta Hotels dennoch "mit Spannung" dabei: "Vielleicht erfahre ich ja etwas, das ich noch nicht weiß." Jörg Kämper hat einen anderen Grund zur Teilnahme: "Es ist für die Kandidaten ja auch schön zu sehen, wenn sich Bürger für sie interessieren."

Über mangelnde Resonanz muss sich jedoch niemand grämen. Zeitweilig bis zu 50 Menschen umfasst der Tross, der die Bewerber Wolfram Leibe (SPD) und Hiltrud Zock (CDU) begleitet. Schätzungsweise fast zwei Drittel davon haben ein rotes oder schwarzes Parteibuch. Grüne in Sicht? Fehlanzeige. Was wohl daran liegt, dass ihr Bewerber Fred Konrad derzeit, wie schon lange geplant, in Ruanda weilt.

Es ist 16.10 Uhr, als TV-Redakteur Rainer Neubert als Gesprächsmoderator das Signal zum Aufbruch gibt. Vom Treffpunkt Kornmarkt zieht die Gruppe durch die Fleischstraße am Heuschreckbrunnen vorbei zum Viehmarkt und in die Konstantinstraße und schließlich über den Hauptmarkt zum Posthof, wo die abschließende Diskussion über die Bühne geht.

Erster Beobachter-Eindruck: Die größere Popularität liegt bei Hiltrud Zock. Mehrfach muss die 51-Jährige unterwegs Hände von Passanten schütteln wie zum Beispiel die von Josef Alt aus dem saarländischen Friedrichsthal. "Du wirst noch groß rauskommen!", prophezeit er. Möglicherweise pures Wunschdenken: Alt gehört der CDU an. Wolfram Leibes Plus: Mit seinen fast zwei Metern Körpergröße ist der 54-Jährige eine sprichwörtlich herausragende Erscheinung. Eine Frau, die verbotenerweise mit dem Fahrrad in der Fußgängerzone unterwegs ist, steigt ganz schnell ab und schiebt ihr Velo von dannen, als Leibe sie aus dem Getümmel heraus streng anblickt. Problemlösung der nonverbalen Art - "Ja, so wünsche ich mir ein Stadtoberhaupt!", seufzt ein Rundgangteilnehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Das gibt nur Ärger."

Aus Sicht von Johannes Grewe hat sich der Stadtrundgang mit den Vor-Ort-Diskussionen über Einzelhandel, Stadtentwicklung oder Gestaltungssatzung gelohnt: "Die Kandidaten haben unterschiedliche Ansatzpunkte. Das wird Einfluss auf meine Wahlentscheidung haben", sagt der 81-Jährige, der seit 50 Jahren Trierer ist. Und der Rioler Paul de Bruijn? Hat er bei rund 75 Minuten Rundgang mit Kandidaten etwas Neues erfahren? "Nein, nicht wirklich. Aber interessant ist es allemal."

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