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Schulkonzept: Die Ersten demonstrieren schon

Schulkonzept: Die Ersten demonstrieren schon

Der Trierer Schulentwicklungsplan sorgt erwartungsgemäß für Protest. Am Dienstag gab es die erste Demonstration im Schulträgerausschuss von Eltern der Martin-Grundschule aus Trier-Nord. Auch in Pfalzel werden Argumente für den Erhalt der dortigen Grundschule gesammelt.

Der Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil des Schulträgerausschusses war nur kurz. Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) stellte den Stadtratsfraktionen den weiteren Zeitplan für die Arbeit am Schulentwicklungskonzept vor (der TV berichtete über den Zeitplan am 10. August). Mitte November soll demnach der Stadtrat endgültig darüber beschließen, wie es mit den bislang 23 Trierer Grundschulen weitergeht.

Einen Vorgeschmack, wie das vom externen Experten Wolf Krämer-Mandeau vorgelegte Konzept mit der Reduzierung auf 16 Grundschulen in den Stadtteilen ankommt, erlebten dann die Stadtratsmitglieder. 60 Eltern und rund 50 Kinder der Martin-Grundschule im Maarviertel protestierten in der Sitzung gegen die Pläne, die auch ihre Schule betreffen. Sie soll aufgelöst und mit der ebenfalls aufzulösenden Grundschule Kürenz am Standort der Ambrosius-Schule zusammengelegt werden.
"Der Schulentwicklungsplan ist bei unserer Schule von falschen Zahlen ausgegangen", sagte Elternsprecherin Heike Naunheim. So beherberge die Schule nicht, wie im Gutachten von Krämer-Mandeau vermerkt, sechs, sondern neun Klassen. Außerdem habe die Stadt schon in der Vergangenheit falsche Prognosen abgegeben. 2008 seien für 2010 105 Schüler vorhergesagt worden, tatsächlich wurden aber 140 an der Schule angemeldet.
Dezernentin Birk wollte diese Kritik nicht öffentlich in der Sitzung kommentieren und ließ auch keine Diskussion der Fraktionen zu. "Die Fraktionen müssen erst Zeit haben, das Schulentwicklungskonzept intern zu beraten, bevor wir im großen Kreis diskutieren", sagte Birk.

Auch die Gregor-von-Pfalzel-Grundschule steht auf der Streichliste. Vor diesem Hintergrund kamen kürzlich alle Ortsvereine und betroffenen Gruppierungen zu einem Runden Tisch zusammen, um sich für den Fortbestand der Schule zu engagieren. Dabei stellten sie folgende Übersicht zusammen, wie Ortsvorsteher Werner Pfeiffer (FWG) mitteilte:
Die Gregor-von-Pfalzel-Grundschule ist die einzige Grundschule der Stadt Trier, die mit dem Programm Sinus den naturwissenschaftlichen Unterricht weiterentwickelt.

Seit 2007 arbeitet die Schule im Tandem-Projekt mit der örtlichen Kita intensiv zusammen und hat die Kita 2011 ins Schulgebäude aufgenommen. Erzieherinnen und Lehrerinnen gestalten jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften, Singkreise, Feste, Vorlesestunden und pädagogische Angebote.
Das Schulgebäude wird am Nachmittag zum Beispiel von der Musikschule, dem Musikverein, dem Sportverein und weiteren Gruppierungen genutzt. "Es besteht ein großes Potenzial für den Ausbau etwa als Familienzentrum mit sozialen Einrichtungen", sagt Pfeiffer.

Die Schließung der Schule würde wohl den Verlust der Turnhalle mit sich bringen. Auch viele Vereine, die Volkshochschule und der Kindergarten nutzen die Turnhalle.
"Bei der Erschließung des großen Neubaugebiets wurde den Kaufinteressenten zugesagt, dass sich im Stadtteil Pfalzel ein pädagogisch gut aufgestellter Kindergarten und eine innovative Grundschule befinden", sagt Pfeiffer.
Nach Paragraf 9 Absatz 2 des Vertrags zwischen den Gemeinden Ehrang-Pfalzel und der Stadt Trier (Eingemeindungsvertrag) wird der Schulerhalt in Pfalzel garantiert. Eine Schließung von Grundschule und Turnhalle würde zu einem Ausbluten des Stadtteils führen und die sozialen Netzwerke zerstören.
Der Ortsbeirat Pfalzel befasst sich in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch um 18.30 Uhr im Amtshaus Pfalzel unter anderem mit dem Schulentwicklungsplan.