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Schweich: Die Sichtweise der Kontrahenten

Schweich: Die Sichtweise der Kontrahenten

Was wird die Schweicher Stadtpolitik nach der Wahl am 7. Juni unter einem neuen Stadtbürgermeister bewegen? Und was kann die Politik selbst bewegen? Vor dem angekündigten Forum des Trierischen Volksfreunds am morgigen Mittwoch (19 Uhr im Alten Weinhaus) hat der TV die Kandidaten gebeten, vier Sätze zu wichtigen Schweicher Themen zu vervollständigen.

Beim Forum des Trierischen Volksfreunds am morgigen Mittwoch können alle Interessierten die drei Stadtbürgermeister-Kandidaten selbst befragen. Der TV hatte die Kandidaten Johannes Heinz (CDU), Achim Schmitt (SPD) und Otmar Rößler (FWG) bereits einzeln vorgestellt. Am morgigen Mittwoch, 27. Mai, haben alle interessierten Schweicher die Gelegenheit, die Stadtbürgermeister-Kandidaten persönlich kennenzulernen. Unter der Moderation der TV-Redakteure Marcus Hormes und Friedhelm Knopp werden sich die Kandidaten vorstellen und ihre Vorstellungen vom Schweicher Stadtbürgermeisteramt darlegen. Weiten Raum soll aber auch das Gespräch einnehmen. Heinz, Schmitt und Rößler wollen dazu Rede und Antwort stehen, und das Publikum ist eingeladen, sie mit Fragen zur Schweicher Stadtpolitik zu „löchern“. Das Forum im Saal des Alten Weinhauses an der Brückenstraße beginnt um 19 Uhr, Ende gegen 21 Uhr. Noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben die unten vom TV abgefragten Themen. Je nach individueller Sichtweise hätten viele Leser vielleicht Fragen zu anderen Lebensbereichen gesehen – etwa zum Schulwesen, zur Erschließungspolitik, zur Jugendarbeit oder zum Problemfall „Bahnhofsumfeld“. Dies alles und noch mehr kann jedoch am morgigen Abend angesprochen werden.

In den nächsten fünf Jahren wird Schweich endlich zum Mittelzentrum aufgestuft, oder die Stadt...

Otmar Rößler: „ wird weiterhin energisch darum kämpfen. Faktisch ist Schweich längst Mittelzentrum für die Verbandsgemeinde und darüber hinaus. Das Land sollte dem Rechnung tragen und seine Versprechungen einlösen. Dies wäre eine verdiente Anerkennung der städtischen Entwicklung der vergangenen Jahre und zudem – mit den damit verbundenen zusätzlichen Einnahmen – eine Entlastung.“

Johannes Heinz: „ verliert das Vertrauen in sämtliche Entwicklungsprogramme und Raumordnungsplanungen des Landes Rheinland-Pfalz. Schweich ist faktisch schon ein Mittelzentrum mit derzeit anlaufenden großen Projekten und muss so schnell wie möglich diese Anerkennung bekommen. Vor allem muss die Stadt auch eine entsprechende Finanzausstattung vom Land erhalten.“

Achim Schmitt: „ muss die Landesregierung sehr energisch daran erinnern, dass Schweich alle Voraussetzungen für ein Mittelzentrum erfüllt. Aber unabhängig von der Frage, ob die Aufstufung kommt oder nicht –, die Stadt Schweich wird sich auch dann aus eigener Kraft prächtig weiterentwickeln, wenn sie künftig nicht die von ihr angestrebte Bezeichnung „Mittelzentrum“ tragen sollte.“

Die ins Auge gefasste Umgestaltung des alten Winzerkellers in ein Bürgerhaus ist für die Stadt ein...

Otmar Rößler: „ wichtiges Thema, das viele Schweicher emotional berührt, da man mit dem Winzerkeller „groߓ geworden ist, ob beim Fußball, bei Weinproben oder bei Spaziergängen. Schweich braucht einen Saal für größere Veranstaltungen, der ein Ausweichen auf die Sporthallen entbehrlich macht. Sollte dies beim Winzerkeller möglich sein, werde ich mich zusammen mit der FWG dafür einsetzen.“

Johannes Heinz: „ Herzensanliegen der Schweicher CDU wie auch vieler Bürgerinnen und Bürger. Diese Stadt braucht öffentliche Räume für verschiedene Vereine. Ich denke da beispielsweise an bessere Probemöglichkeiten für die Stadtkapelle. Natürlich sollte auch für andere Nutzungen durch Schweicher Bürger und Gruppen Platz geschaffen werden, wobei auch an die Jugend gedacht werden muss.

Achim Schmitt: „ verständliches Anliegen vieler Schweicher Bürger. Die Realisierung des Projekts ‚Bürgerhaus im alten Winzerkeller' hängt zunächst von einem sinnvollen Nutzungskonzept. Außerdem muss sich die Finanzierung in einem für die Allgemeinheit verantwortbaren Rahmen halten. Dabei wäre auch die Rolle der Schweicher Vereine, die sich mit in das Projekt einbringen müssten.“

Der seit vielen Jahren diskutierte Bau der Meulenwald-Autobahn (Nordumfahrung Trier) wäre für Schweich ein...

Otmar Rößler: „ Einschnitt, der ein „Einschnüren“ der Stadt mit Autobahnen und eine Zerstörung des Naherholungsgebiets „Meulenwald“ zur Folge haben würde. Wenn überhaupt, ist für Schweich nur eine „Tunnellösung“ akzeptabel. Bereits jetzt muss die Stadt enorme Lärm- und Umweltbelastungen tragen – notwendige Lärmschutzmaßnahmen, die wir fordern, werden immer wieder verweigert.“

Johannes Heinz: „ spürbare Entlastung am Autobahn-Moseltaldreieck. Durch weitgehende Untertunnelung muss allerdings der Meulenwald geschont werden, so wie beispielsweise der fast acht Kilometer lange Rennsteigtunnel in der Nähe von Oberhof die A71 unter dem Thüringer Wald hindurchführt. Aber auch der Lärmschutz an der A1 und der A602 muss wieder auf die Tagesordnung.“

Achim Schmitt: „ ohne Ausgleichsmaßnahmen nicht hinzunehmende Verschlechterung der Lebensqualität in unserer Stadt. Als Alternativen sollten der Ausbau der Ehranger Brücke, verbunden mit einem wirksamen Lärmschutz zwischen Ehrang und Schweich, geprüft werden. So könnten die Verkehrs- und Lärmsituation ohne weitere einschneidende Eingriffe in die Natur verbessert werden.“

Die These, dass ein gesunder Haushalt grundsätzlich Vorrang haben sollte vor dem Ausbau der Infrastruktur, ist .....

Otmar Rößler: „ grundsätzlich richtig. Es stellt einen gravierenden Verstoß gegen den Gedanken der Generationen-Gerechtigkeit dar, dass wir uns jetzt über Gebühr verschulden und unsere Kinder und Kindeskinder die Lasten tragen lassen. Bedeutsame Infrastrukturmaßnahmen bedürfen einer gründlichen Aufgabenanalyse und einer umfassenden Kostenermittlung, insbesondere auch der Folgekosten.

Johannes Heinz: „ in Für und Wider genau abzuwägen. Das ist vergleichbar mit einem privaten Haushalt oder einem Wirtschaftsbetrieb. Bei größeren Investitionen entstehen meistens auch Schulden. Eine Darlehensaufnahme lässt sich in der Regel nicht verhindern. Die Schulden dürfen einem öffentlichen Haushalt aber nicht über den Kopf wachsen, und sie müssen in absehbarer Zeit zurückgezahlt werden können.“

Achim Schmitt: „ so nicht richtig. Ein gesunder öffentlicher Haushalt und der Ausbau der notwendigen Infrastruktur müssen Hand in Hand gehen. Die Stadt Schweich ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man mit den nicht gerade im Überfluss vorhandenen Mitteln eine gute Infrastruktur ausbauen und erhalten kann. Voraussetzung ist, dass die wenigen Mittel dazu sinnvoll eingesetzt werden.“