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SPD-Mann Junk wird Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburger Land

SPD-Mann Junk wird Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburger Land

Josef Junk ist zum ersten Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Bitburger Land gewählt. Mit seinem Amtskollegen Rainer Wirtz (CDU) hat sich der SPD-Mann, bisher Bürgermeister der VG Bitburg-Land, ein spannendes Duell geliefert, das er am Ende mit 57,7 Prozent der Stimmen für sich entschieden hat.

Kann ein Mensch angespannt und gelöst zugleich sein? Irgendwo im Niemandsland zwischen Bangen und Freude? So in etwa hat Josef Junk gegen 19 Uhr gewirkt, als er wie gebannt die Auszählung der Bürgermeisterwahl verfolgt hat. In seinem Büro im Rathaus, auf dem Rechner an seinem Schreibtisch. "Das ist eine Tendenz. Aber da sind viele große Orte noch nicht mit dabei. Noch zu früh, um sich zu freuen", sagt Junk bescheiden. Zu dem Zeitpunkt lag er mit um die 62 Prozent der Stimmen vorn.

Es waren gerade die Hälfte der 74 Stimmbezirke der neuen Riesen-Kommune Bitburger Land ausgezählt, die durch den Zusammenschluss der beiden Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg zum Juli entsteht. Eben wegen jener Fusion, bei der Kyllburg mit 21 Orten der kleinere Partner ist, hatten knapp 20.000 Bürger gestern die Wahl. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 66 Prozent. Um den Posten kandidierten die beiden Amtsinhaber - Junk, Bürgermeister in Bitburg-Land, für die SPD und Rainer Wirtz, Bürgermeister der VG Kyllburg, für die CDU.
Doch selbst in CDU-Hochburgen wie etwa Rittersdorf holt SPD-Mann Junk knapp 60 Prozent. Auch in Wiersdorf, Wohnort des langjährigen CDU-Verbandsvorsitzenden fährt Junk mit 53,4 Prozent einen Sieg ein. Dass er da im rot gefärbten Bettingen sogar 81 Prozent erreicht, wundert kaum. Das beste Ergebnis gibt es für Junk im kleinen Hamm mit 100 Prozent - gefolgt von 88 Prozent in Idenheim, seinem Heimatort.

Auch für Rainer Wirtz läuft es in seinem Heimatort Metterich am nach knapp 82 Prozent im kleinen Ort Hisel am besten. Zuhause, wo der Ortsbürgermeister sich auch als Wahlhelfer im Wahllokal im Pfarrheim engagiert, erreicht Wirtz 73,4 Prozent. Auch in den großen Orten der Kyllburger Waldeifel - allen voran die beiden großen Kyllburg (70 Prozent) und Badem (66,7 Prozent) - punktet Wirtz. Doch es sind für ihn am Ende nicht genug solcher Orte, in denen der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kyllburg seinen Amtskollegen aus Bitburg-Land schlägt. "Sicher spielt es auch eine Rolle, dass Junk Bürgermeister der größeren Verbandsgemeinde ist", sagt Wirtz, der gefasst, wenn auch nicht glücklich klingt. "Ich hätte mir natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht, aber bei Wahlen muss man auch demütig sein. Der Bürger entscheidet. Und diese Entscheidung gilt es zu respektieren." Wirtz will sich nun als Erster hauptamtlicher Beigeordneter mit all seiner Kraft und Kompetenz für das Bitburger Land einsetzen. Er ist überzeugt, auch weiterhin gut mit Junk zusammenzuarbeiten. Dem Sieger
hat Wirtz, fair und aufrichtig gratuliert - doch nach Mitfeiern war ihm nicht zumute.

Anders bei Junk. Der freut sich. Sichtlich erleichtert sagt er: "Ich habe das gehofft. Insgeheim auch erwartet. Ich danke allen, die mich unterstützt und mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben."

Meinung

Eine gute Basis

Von Dagmar Schommer

Die meisten Wetten wurden bereits im Vorfeld auf einen Wahlsieg von Josef Junk abgeschlossen. Der Mann, der 2009 mit 50,4 Prozent der Stimmen das Rennen vor Amtsinhaber Jürgen Backes gemacht hat, war der erste rote Bürgermeister in der Geschichte des doch eher schwarzen Bitburger Landes. Gestern wurde aber nicht vorrangig der Genosse, sondern der Mensch Junk gewählt. Der bisherige Bürgermeister der VG Bitburg-Land hat überzeugt. Er hat in den gut vier Jahren seiner Amtszeit sich über die Grenzen seiner Partei hinaus Anerkennung und Achtung erworben. Junk kennt Land und Leute und die Bürger im Bitburger Land kennen ihn - schließlich ist er Bürgermeister des größeren Fusionspartners der neuen Verbandsgemeinde Bitburger Land, die durch den Zusammenschluss mit der kleineren Verbandsgemeinde Kyllburg entsteht. Dass das Wahlergebnis mit 57,7 Prozent der Stimmen für Junk deutlich ausfällt, ohne dabei zur Klatsche für Wirtz zu werden, ist eine gute Basis für die ehemaligen Amtskollegen, ihre gute Zusammenarbeit an der Spitze der neuen VG fortzusetzen. <strong>d.schommer@volksfreund.de