Stadtbürgermeisterwahl wird zum Vierkampf: Volkmar Winter tritt für die „Linke“ an

Stadtbürgermeisterwahl wird zum Vierkampf: Volkmar Winter tritt für die „Linke“ an

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Volkmar Winter (51) wird am 7. Juni als Kandidat der „Linken“ bei der Stadtbürgermeisterwahl in Hermeskeil antreten. Darauf hat sich am Donnerstagabend der Sprecherrat des im Herbst 2008 gegründeten Ortsvereins verständigt.

Noch vor einer Woche hatte sich Volkmar Winter bedeckt gehalten, als er vom TV auf eine mögliche Bewerbung für den Chefposten in der Hochwaldstadt angesprochen wurde. Doch jetzt steht fest: Der 51-Jährige wird am 7. Juni für die „Linken“ gegen Bernd Mende (CDU), Ralf Gluding (SPD) und Udo Moser (Bürger für Bürger, BFB) um das Erbe der Christdemokratin Ilona König streiten, die ihr Amt nach 14 Jahren abgibt. Die Stadtbürgermeisterwahl wird also ein Vierkampf.

Der sechsköpfige Sprecherrat des erst vor wenigen Monaten aus der Taufe gehobenen Ortsvereins habe sich am Donnerstagabend geschlossen darauf verständigt, Winter zum Kandidaten der „Linken“ zu küren, teilt Pressewart Heiko Knop mit.

Volkmar Winter, der vielen Hermeskeilern vor allem als langjähriger Vorsitzender des Sportvereins (HSV) bekannt sein dürfte, ist nach eigener Aussage ein „politischer Newcomer“.

Er habe zwar früher mit der SPD sympathisiert, war aber bei den Genossen nie Parteimitglied. 2007 trat er in die „Linke“ ein.

Doch was hat Winter dazu bewegt, seinen Hut in den kommunalpolitischen Ring zu werfen und den Stadtbürgermeister-Posten anzustreben? Zwei Gründe hätten diese persönliche Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Erstens: „Es gibt in der Stadtpolitik viele Dinge, die für mich als ,Ur-Hermeskeiler' einfach nicht mehr tragbar sind“, sagt Winter und führt das Thema „Konversion“ („Da geht es überhaupt nicht voran“) als ein Beispiel an. Zweitens weist der frühere Bergmann darauf hin, „dass ich jetzt als Vorruheständler auch die nötige Zeit habe, um mich einer neuen Herausforderung zu stellen“.

Auf seine Erwartungen und Chancen bei der Urwahl angesprochen, sagt Winter: „Wir sind ja nicht bei den olympischen Spielen. Wir wollen also nicht nur teilnehmen, sondern auch gewinnen.“ Bei vier Kandidaten müsse man aber realistisch sein: „Als vorrangiges Ziel strebe ich zunächst mal an, dass ich in die Stichwahl komme“. Winter ist verheiratet und hat eine Tochter. will/jöl


Meinung
Nichts zu verlieren
Von Axel Munsteiner

Jetzt steht also die Konstellation für die Wahl in Hermeskeil: Vier Männer wollen auf den Thron der scheidenden Stadtbürgermeisterin Ilona König. Der Ausgang ist völlig offen. Einen Amtsinhaber-Bonus gibt es nicht, die Kandidaten von CDU und SPD können zwar auf ein größeres Stammwähler-Potenzial setzen, BFB und auch die „Linken“ haben aber die in Hermeskeil bekannteren Gesichter. Zwar muss beim Neuling Volkmar Winter in punkto kommunalpolitischer Kompetenz für den Chefposten in der Stadt ein dickes Fragezeichen gesetzt werden. Er geht sicher als Außenseiter ins Rennen. Klar ist aber auch: Zu verlieren hat Winter eigentlich nichts. Er kann aber sehr wohl seinen drei Kontrahenten das Leben beim ohnehin schon harten Wahlkampf noch schwerer machen.

a.munsteiner@volksfreund.de

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