1. Dossier

Stadtrat: Grüne Sitze werden rot

Stadtrat: Grüne Sitze werden rot

Bei den Wahlen zum Saarburger Stadtrat verfehlt die CDU eine Zweidrittelmehrheit. Sie kommt auf 62,1 Prozent und stellt 14 Ratsmitglieder. Die Sozialdemokraten kommen auf 37,9 Prozent und stellen acht Ratsmitglieder.

Saarburg. Im künftigen Stadtrat von Saarburg sind nur noch zwei Parteien vertreten. Das war zwar schon vor der Wahl klar, weil die Grünen aus personellen Gründen keine Stadtratsliste aufgestellt haben. Trotzdem stellte sich im Vorfeld der Stadtratswahlen die Frage, wer - CDU oder SPD - die drei frei werdenden Mandate für sich erobern würde.
Diese drei Stühle am Ratstisch haben die Wähler am Sonntag klar den Sozialdemokraten zugesprochen. Diese haben sich seit 2009 von 24,1 Prozent auf 37,9 Prozent gesteigert. Sie stellen künftig acht Räte (2009: fünf).Kommunalwahl 2014


Die Christdemokraten mussten ein paar Federn lassen. Sie kommen nur noch auf 62,1 Prozent im Vergleich zu 65 Prozent, die noch vor fünf Jahren ihr Kreuz bei der CDU gemacht hatten. Auf die Zahl der Sitze hat das für die christdemokratische Fraktion im Rathaus keine Folgen. Die CDU hat weiterhin 14 Mitglieder im Stadtrat.
Für die Stadt dürften die Christdemokraten damit wieder ihr Stimmenpotenzial so gut wie ausgereizt haben. Die Analyse zeigt, dass auf städtischer Ebene fast alle Wähler der Grünen zur SPD abgewandert sind. Das ist gut daran zu erkennen, dass bei den Wahlen zum Verbandsgemeinderat die Grünen in der Stadt auf 11,5 Prozent kommen. Auf dieser Ebene erreicht die SPD in der Stadt 24,6 Prozent.
Die meisten Stimmen für die CDU bekommt Simone Thiel, die wieder dem Stadt- und Verbandsgemeinderat sowie dem Kreistag angehören wird. Von den 13 weiteren Christdemokraten im Stadtrat, können zehn auf Ratserfahrung zurückblicken. Neu für die CDU ziehen im Vergleich zur konstituierenden Sitzung des Stadtrats 2009 Johannes Kölling, Holger Härtel und Matthias Hild in den Stadtrat. Nicht mehr dabei sind Gerd Müller, der aber voraussichtlich nach den Beigeordnetenwahlen nachrücken wird, Norbert Jungblut, der nicht mehr für den Stadtrat kandidiert hatte, Bernhard Clemens und Monika Heimes, die Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Saarburg mbH (EGS).
Die Sozialdemokraten ziehen mit ihrer alten Mannschaft wieder in den Stadtrat ein. Neu dazu kommen Karsten Pilz, Paul Weber und Beate Zastrau. Sollte Helmut Weimann wieder zum Beigeordneten der Stadt gewählt werden, würde Brigitte Bauer nachrücken.

Die Mitglieder des künftigen Stadtrats:
SPD (20 265 Stimmen): Edith van Eijck (1490), Helmut Weimann (1449), Tobias Weber (1349), Karsten Pilz (1165), Paul Weber (1036), Beate Zastrau (1016), Friedrich Storf (1006), Hans-Georg Götze (981).
CDU (33 159): Simone Thiel (2453), Armin Appel (2047), Franz-Josef Reiter (2031), Johannes Kölling (1931), Gabriele Thebach (1727), Astrid-Juliane Zuche (1694), Christof Leinenbach (1590), Bernhard Hemmerling (1572), Christian Weber (1511), Maria Weber (1479), Holger Härtel (1455), Fabian Theiß (1409), Matthias Hild (1406), Karl-Heinz Steffens (1366).
Meinung

Gemeinsam gestalten
Obwohl die Verhältnisse im Stadtrat von Saarburg nach der Wahl klar geordnet sind, bleibt es in der Stadt kommunalpolitisch spannend. Beide Ratsfraktionen müssen miteinander aushandeln, wie es mit der Stadt weitergeht. Die SPD muss in den CDU-Reihen dafür werben, dass gute Ideen für die Entwicklung der Stadt dort auf fruchtbaren Boden fallen und kommunalpolitisch umgesetzt werden. Andererseits darf die CDU nicht arrogant ihre deutliche Mehrheit dazu missbrauchen, gute Ideen einfach aus Machtkalkül abzulehnen. Das wäre nicht im Sinne der Stadt und würde am Ende auch vom Wähler nicht goutiert werden. Es kommt also am Ende darauf an, dass beide Parteien die Entwicklung Saarburgs hin zu einer lebenswerten Stadt gemeinsam gestalten. saarburg@volksfreund.de