1. Dossier

Stadtratswahl ausgezählt: NPD bleibt draußen

Stadtratswahl ausgezählt: NPD bleibt draußen

Die Auszählung aller Stimmen für den Trierer Stadtrat ist beendet, das vorläufige Endergebnis liegt vor. Die CDU zieht als größte Fraktion mit 20 Sitzen in den neuen Stadtrat ein und vergrößert ihre Fraktion damit um einen Sitz. Die SPD behält ihre 15 Fraktionssitze, die Grünen schrumpfen von zehn auf neun Fraktionsmitglieder. Die NPD gehört dem neuen Rat nicht mehr an.

Neben der CDU verbucht die Partei Die Linke Zuwächse, die künftig mit drei statt zwei Mitgliedern im Rat vertreten sein wird (Marc-Bernhard Gleißner, Susanne Kohrs, Paul-Josef Hilger).

Federn lassen mussten die FWG und FDP. Die FWG hatte bei der Wahl 2009 fünf Sitze im Stadtrat ergattert, durch zwei Zuwächse - Peter Spang wechselte von der SPD zur den Freien Wählern, Felix Brand von der FDP - hatte die FWG allerdings zuletzt sieben Mitglieder im Rat. Im neuen Stadtrat wird die FWG-Fraktion auf vier Mitglieder schrumpfen. Noch vertreten sein werden Christiane Probst, Hermann Kleber, Hans-Alwin Schmitz und Margret Pfeiffer-Erdel.

Die Fraktion der FDP, die zuletzt durch den Wechsel Felix Brand zur FWG von vier auf drei Mitglieder geschrumpft war, erhält im nächsten Stadtrat zwei Sitze. Gewählt sind Tobias Schneider und Martin Neuffer.

Die NPD gehört dem neuen Rat nicht mehr an.
Der Alternative für Deutschland (AfD) und den Piraten gelang auf Anhieb der Einzug ins Stadtparlament. Die AfD wird mit zwei Vertretern im Rat sitzen (Michael Frisch, Christa Kruchten-Pulm), die Piraten dürfen einen Vertreter schicken (Darja Henseler).

Die Ergebnisse in Prozent: CDU: 34,3 (plus 0,9 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2009), SPD: 26,2 Prozent (minus 0,7 Prozent im Vergleich zu 2009), Grüne: 16,6 Prozent (minus 1 Prozent), FWG 7,5 Prozent (2009: 9,1 Prozent), FDP: 2,8 Prozent (2009: 8,2 Prozent), Linke: 5,5 Prozent (2009: 3,6 Prozent), NPD: 0,7 Prozent (2009: 1,1 Prozent), Afd: 3,9 Prozent, Piraten: 2,5 Prozent.

Die 20 gewählten CDU-Kandidaten: Ulrich Dempfle, Birgit Falk, Udo Köhler, Jörg Reifenberg, Elisabeth Tressel, Thomas Albrecht, Barbara Engel-Ries, Philipp Bett, Heike Franzen, Bertrand Adams, Jürgen Backes, Karl Biegel, Lydia Hepke, Thorsten Wollscheid, Friedl Schulz, Petra Block, Matthias Melchisedech, Christoph Lentes, Michael Witzel, Horst Freischmidt. Freischmidt ist dabei von einem hinteren Platz nach vorne gewählt worden und hat so Louis-Philipp Lang, der auf Platz 19 kandidiert hatte, verdrängt.

Die 15 gewählten SPD-Kandidaten: Sven Teuber, Begona Hermann, Rainer Lehnart, Karola Siemon, Markus Nöhl, Monika Berger, Carl-Ludwig Centner, Anna Gros, Andreas Schleimer, Maria de Jesus Duran-Kremer, Tamara Breitbach, Detlef Schieben, Jutta Föhr, Thiébaut Puel, Thomas Neises. Dabei ist Neises von Listenplatz 19 durch Einzelstimmen nach vorne gerutscht und hat Nikolaj Stöckle-Jacob verdrängt.

Die neun gewählten Grünen-Kandidaten: Petra Kewes, Thorsten Kretzer, Christiane Wendler, Dominik Heinrich, Anja Reinermann-Matatko, Peter Hoffmann, Daniela Müller-Kolb, Reiner Marz, Richard Leuckefeld. Dabei hat Leuckefeld durch Einzelstimmen Christa Jessulat von Platz neun verdrängt.

Analyse: Schwarz-Grün, Jamaika oder lieber Doppelrot?

Kommentar: Bunter, aber nicht mehr braunTop- und Flopwerte der Stadtratswahl

 Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist ins Trierer Rathaus gekommen, um die Auszählung der Stadtratswahl zu verfolgen. Zusammen mit ihrem Mann, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, beobachtet sie auf der aufgestellten Großleinwand, wie die Ergebnisse aus den 72 Trierer Stimmbezirken nach und nach eintrudeln.
Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist ins Trierer Rathaus gekommen, um die Auszählung der Stadtratswahl zu verfolgen. Zusammen mit ihrem Mann, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, beobachtet sie auf der aufgestellten Großleinwand, wie die Ergebnisse aus den 72 Trierer Stimmbezirken nach und nach eintrudeln. Foto: Christiane Wolff
 Wahlabend im Trierer Rathaus.
Wahlabend im Trierer Rathaus. Foto: Christiane Wolff

Kernscheid ist der Trierer Stadtteil, in dem die Wähler am deutlichsten gewählt haben: Die CDU hat dort mit 51,6 Prozent ihr bestes Ergebnis bei den Stadtratswahlen eingefahren, die SPD mit 16,8 Prozent ihr schlechtestes. Noch ein Kernscheider-Extremwert: Die Piraten holten in dem kleinen, dörflichen Stadtteil nur 0,6 Prozent - ihr schlechtester Wert auf Stadtebene.

Ihr schlechtestes Ergebnis fuhr die CDU in Trier-Süd mit 25,0 Prozent der Stimmen ein. Die SPD erzielte ihren Top-Wert in Zewen mit 35,5 Prozent.

Die Grünen holten ihr bestes Ergebnis in Trier-Mitte/Gartenfeld mit 24,8 Prozent. In Mitte/Gartenfeld hatten die Grünen in der vergangenen Legislaturperiode auch den Ortsvorsteher Dominik Heinrich gestellt. Bei den Ortsvorsteherwahlen am Sonntag fuhr Heinrich wieder das beste Ergebnis als Ortsvorsteherkandidat ein, muss sich aber an Pfingstsonntag der Stichwahl mit Konkurrent Ferdinand Häckmanns (CDU) stellen. Am wenigsten Stimmen erhielten die Grünen mit 6,9 Prozent im Stadtteil Zewen.

Die Freien Wähler erzielten ihren Top-Wert in Trier-Euren mit 30,3 Prozent, wo der amtierende FWG-Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz am Sonntag ohne Gegenkandidat wiedergewählt wurde. Ihr schlechtestes Ergebnis musste die FWG mit 3,3 Prozent in Mitte-Gartenfeld einstecken.

Ihr mit 5,2 Prozent höchstes Ergebnis holte die FDP im Stadtteil Filsch, dort stellt sie auch den alten und neuen Ortsvorsteher Karl-Josef Gilles. Mit nur 1,7 Prozent mussten sich die Liberalen dagegen im Stadtteil Biewer zufrieden geben.

Die Linke fuhr mit 8,1 Prozent ihr bestes Ergebnis in Trier-Nord ein, den mit 2,7 Prozent schlechtesten Wert erreichte sie in Zewen.

Die Alternative für Deutschland AfD erreichte ihren Top-Wert mit 6,2 Prozent im Stadtteil Feyen-Weismark, wo auch ihr Spitzenkandidat Michael Frisch wohnt. Ihr mit 2,3 Prozent schlechtestes Ergebnis holte die AfD in Ruwer-Eitelsbach.

Die Piraten schafften in Trier-West/Pallien mit 4,4 Prozent ihr bestes Ergebnis, dafür waren es in Kernscheid nur magere 0,6 Prozent.

Der einzige Stadtteil, in dem die rechtsextreme NPD keine einzige Stimme erhalten hat, ist übrigens Trier-Filsch. In allen anderen Stadtteilen liegen die Werte zwischen 0,1 und 1,9 Prozent (Trier-West/Pallien).