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Starker Einstand für die Windkraftgegner

Kelberg. Im neuen Rat der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg ist die CDU wieder die stärkste Fraktion. Sie hat knapp fünf Prozentpunkte zugelegt und einen Sitz mehr als bisher, für die absolute Mehrheit hat es aber nicht gereicht. Großer Sieger sind die Windkraftgegner, die mit drei Sitzen vertreten sind.

Kelberg. Viele bekannte, aber auch viele neue Gesichter werden bei der ersten Zusammenkunft des neu gewählten Rats der VG Kelberg zu sehen sein. Unter den Neulingen sind auch die, die bislang auf der kommunalpolitischen Bühne noch keine Rolle gespielt haben und deren Abschneiden mit viel Spannung erwartet wurde: die Gruppierung Sturm im Wald. Die Wähler haben den Windkraftgegnern ein starkes Debüt verschafft: von null auf drei Sitze und damit zweitstärkste Fraktion. Mit ebenfalls drei Sitzen wird - wie bisher - die SPD vertreten sein.
Die große Verliererin ist die Unabhängige Wählergemeinschaft Hochkelberg. 2009 schaffte sie fast 23 Prozent und fünf Sitze, nun sind es nur noch 13,6 Prozent. Damit ist die Gruppierung nur noch mit drei Sitzen im Rat vertreten."Schwer zu verdauen"


Kein Wunder, dass der bisherige Fraktionsvorsitzende Walter Eich (Mannebach) einräumt, dass er das Ergebnis "noch nicht verdaut hat. Und das wird auch noch etwas länger dauern." Vor der Wahl habe man gehofft, die bisherige Zahl der Sitze halten zu können. Wie erklärt er sich den deutlichen Rückgang in der Wählergunst? "Wir sind wohl mit unserer Gruppierung und ich als Ortsbürgermeister von Mannebach als Befürworter der Windkraft angesehen worden. Das wird uns wohl einiges an Wählerstimmen gekostet haben", sagt Eich. Die Gemeinde hatte sich "als Beitrag zur Energiewende und als Einnahmequelle" ganz klar für die Windkraft entschieden und im März 2012 einen Pachtvertrag mit dem Unternehmen Prokon geschlossen. Wie es mit den Mannebacher Plänen weitergeht, ist nach der Insolvenz von Prokon offen.
Interessant werden dürfte, ob eine Mehrheit im Rat zustande kommt. Bislang gab es eine Koalition von CDU und FWG, die über elf der 22 Sitze verfügte. Elf Sitze haben die bisherigen Partner nun auch, aber es reicht eben wieder nicht zu einer Mehrheit.
Mit Sturm im Wald verändert sich die Konstellation: Wie die neue Fraktion mit Themen jenseits der Windkraft umgeht, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Das Thema Zukunft der VG Kelberg wird wieder auf die Tagesordnung kommen. In dieser Frage zogen die Ratsmitglieder stets fast geschlossen an einem Strang für den Fortbestand. stsExtra

Die Mitglieder des neu gewählten Rats der Verbandsgemeinde Kelberg. Er hat 22 Sitze: CDU (zehn Sitze): Peter Burggraaff, Albert Berens, Thomas Grötz, Werner Ritter, Josef Heimer, Markus Klasen, Franz-Josef Simon, Thorsten Krämer, Sarah Schlösser und Alois Kapell. SPD (drei Sitze): Wilfried Jax, Markus Theisen, Martin Michels. Sturm im Wald (drei Sitze): Manfred-Alexander Borm, Reinhold Jansen, Walter Heintz. Unabhängige (drei Sitze): Walter Eich, Michael Hoffmann, Tanja Kracht. FWG (ein Sitz): Reinhold Theisen. FDP (ein Sitz): Reinhold Stein. Grüne (ein Sitz): Eva Pestemer