Tatort Nationaltheater - Fragen an Udo Wachtveitl

Tatort Nationaltheater - Fragen an Udo Wachtveitl

Der Schauspieler, Autor und Regisseur Udo Wachtveitl (52), in Deutschland vor allem durch seine Hauptrolle im Münchner Tatort sehr populär, ist eines der Zugpferde beim "Aufstand". TV-Redakteur Dieter Lintz hatte Gelegenheit zu einem Gespräch am Rande der Aufführungen.

Albert Ostermaier ist ein Sprach-Gigant. Macht es Ihnen Spaß, mit seiner Sprache, seinen Texten da so richtig zu klotzen?
Wachtveitl: Eigentlich macht es mir in jeder Sprache Spaß, damit zu klotzen. Die von Ostermaier hat große lyrische und poetische Qualität, das merkt man in den fein gesponnenen Monologen.
Wenn Sie einem Freund, der nicht ins Theater geht, in einem Satz erklären müssten, worum es bei diesem Stück geht, was würden Sie sagen?
Wachtveitl: Das ist der wilde Fiebertraum eines Sterbenden. Man muss das atmosphärisch auf sich wirken lassen, eine Inhaltsangabe wie bei einer Tatort-Dramaturgie geht gar nicht.
Sie sind Fernsehschaupieler, eher selten auf der Theaterbühne. Das sind zwei ganz verschiedene Arten zu arbeiten, und manche Kritiker waren beim "Aufstand" ganz erstaunt, dass dieser "Fernseh-Fuzzy" auf der Bühne problemlos mithalten kann.
Wachtveitl: Damit muss man leben. Ich bin halt kein altes Theater-Schlachtross, obwohl ich schon mit 18 in München Theater gespielt habe. Natürlich braucht man ein anderes Timing, andere "Übersetzungsverhältnisse". Aber beide Bereiche sind doch ähnlicher als man denkt, denn auf der Bühne wie vor der Kamera kommt es auf die gleichen Dinge an: Wahrhaftigkeit, Imagination, Gestaltungswillen.

Wie kamen Sie jetzt gerade an diese Produktion?
Wachtveitl: Der Ostermaier und ich, wir kennen uns aus der Autoren-Fußballnationalmannschaft. Das war wohl die erste Verbindung. Und ich bekam im Urlaub am Strand in Südostasien eine Mail mit der Anfrage und dem Text. Erst habe ich gedacht: Wie soll man denn das spielen? Aber je öfter ich es gelesen habe, desto interessanter fand ich es. Im Grunde ist das Stück eher eine Farce als ein Drama.
Mehr zu Udo Wachtveitl in der kommenden Ausgabe unseres Magazins glanzvoll.