Tausend Ideen in einer Nacht

Tausend Ideen in einer Nacht

Am Freitag ist es so weit: Nach halbjähriger Vorbereitungszeit starten Uni und Fachhochschule ihren groß angelegten City Campus. Man hofft auf Tausende neugieriger Bürger, die sich durch das riesige Programm in der Trierer Innenstadt angelockt fühlen.

"Wie wird es wohl werden"? Diese Frage beschäftigt derzeit die Macher auf dem Schneidershof und in Tarforst. Schließlich ist die Idee, mit Hunderten von Wissenschaftlern, Projekten, Experimenten, Vorträgen, Versuchsanordnungen, Computern, Geräten in die City zu kommen, für alle Beteiligten etwas völlig Neues. Da darf man schon gespannt sein, ob die Trierer und das Umland bei diesem Gratis- Angebot zugreifen.
An Spannung dürfte es auch sonst nicht fehlen. Ab morgen machen sich Energiesparfahrzeuge, Zeppeline, antike Katapulte, ein Römerschiff und Beregnungsmaschinen auf den Weg in die Stadt. An manchen Stellen wird es knallen, dampfen und blitzen, sogar ein wertvoller Schatz wird der Öffentlichkeit präsentiert.
City-Campus Triers lange Nacht der Wissenschaft


Auf eines können die Präsidenten Michael Jäckel (Uni) und Jörg Wallmeier (FH) schon jetzt stolz sein: Der City Campus, eingebettet in eine europaweite Aktion, die Werbung für die Wissenschaften machen soll ("Researchers\' Night"), hat ihre Hochschulen mächtig mobilisiert.
Alle paar Meter wird man am Freitag ab 16 Uhr (Kinderprogramm) und vor allem von 18 bis 24 Uhr auf Wissenschaftler treffen, die beweisen, dass ihre Arbeit nicht im Elfenbeinturm stattfindet. Aus allen Fächern und Fachbereichen bietet man Beispiele dafür auf, dass das Alltagsleben der Bürger und die Arbeit auf dem Campus mehr miteinander zu tun haben, als man auf den ersten Blick vermutet. "So zum Greifen nah sind unsere Trierer Hochschulen selten", schwärmt denn auch Oberbürgermeister Klaus Jensen. Auf eine "spannende, informative und vor allem kurzweilige Reise durch die Nacht" freut sich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen, die eigens aus Mainz anreist. Im Laufe des langen Abends wird sie herausfinden können, welcher der neun Themenbereiche (Design, Geschichte, Gesundheit, Kultur, Krimi, Ökologie, Technologie , Wirtschaft, Europa) sie besonders interessiert.
Zwei große Foren setzen besondere Schwerpunkte: In der Promotionsaula geht es um "Wissenschaft trifft Wirtschaft", in der Tufa wird über Europa und seine Entwicklungschancen diskutiert.

Die schrägsten und spektakulärsten Ideen:
"Destroy Monolith" - Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild, Pauluskirche.
Virtuelle Schmuck-Anprobe in 3D, FH Paulusplatz.
Lusoria Rhenana: Das römische Ruderschiff auf der Mosel.
Schießen wie im alten Rom: Feldgeschütze im Test, Landesmuseum/Palastgarten.
Genforscher sein leicht gemacht: Wie isoliere ich die DNS einer Zwiebel?, Alte Post am Kornmarkt.
Wie würden Sie entscheiden? Nachgestellter Prozess zur Frage, ob Folter erlaubt sein darf, Sozialgericht, großer Saal.
Team ProTron präsentiert das preisgekrönte futuristische Fahrzeug auf dem Domfreihof.
Hacker-Angriff live - Experiment an der FH Irminenfreihof.
Innovative Computer-Games made in Trier, Vorführung im RPR-Studio am Domfreihof.
Getränkebörse - Börsenspiel am praktischen Exempel, AMG-Schulhof. Von Getieren im Marketing - was wir vom tierischen Verhalten für unseren Umgang mit moderner Technologie lernen können, Bischöfliches Priesterseminar.

City-Campus: Programm für Kinder

Der Nachmittag gehört den Nachwuchs-Forschern. Ab 16 Uhr gibt es auf der Campus-Bühne am Kornmarkt das Beste von der Kinder-Uni, parallel wird im Casino nebenan "Kino für Kids" geboten. Am Domfreihof geht es um Insektenforschung und Naturwissenschaften im "Haus der kleinen Forscher". Am Paulusplatz ist "Akrobatik für Kinder" angesagt, und in der Fachhochschule am Irminenfreihof ist von 18 bis 22 Uhr ein Kinderhort eingerichtet, damit die Eltern in Ruhe den City Campus erkunden können. DiLDer Campus in Zahlen

150 Projekte präsentieren sich am 28. September.
444 Mitarbeiter von Uni und FH sind mit von der Partie.
239 Vorträge, Spiele, Ausstellungen, Demonstrationen, Experimente, Führungen, Workshops und Exponate werden angeboten.
27 Veranstaltungsorte im Alleenring laden zum Kommen ein, darunter Kirchen, Schulen, Kneipen, Museen, Justizgebäude, Clubs und Plätze.
96 Seiten ist das kleine Heft mit dem Programm stark.
80 000 Euro hat allein die EU für die Aktion zur Verfügung gestellt, bei der Trier als einer von zwei deutschen Standorten ausgewählt wurde. DiL

Extra: Weitere Infos

Auf www.volksfreund.de/citycampus sowie www.citycampus-trier.de und www.facebook.com/citycampustriergibt es eine Übersicht über Aktionen und Beiträge.

Außerdem hat ein Projekt-Team von FH und Uni die City-Campus-App entwickelt. Sie ist über http://app.citycampus-trier.de kostenlos im Apple App Store und auf Google Play erhältlich. Sie bietet Infos fürs Smartphone und eine Navi-Funktion, die die Orientierung am Veranstaltungsabend erleichtert. Außerdem kann man sie für das Feedback zu den Veranstaltungen nutzen.

Das Programmheft im A6-Format liegt an 400 Stellen im Raum Trier-Luxemburg und am Abend aus. Werbung für den City Campus machen auch die zwei "Wissens-Automaten" am Kornmarkt und am Domfreihof, bei denen man für 50 Cent (die einem guten Zweck zugeführt werden) Informationen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ziehen kann. DiL

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