1. Dossier

Tipps für Gartenfreunde

Garten : Klimawandel verändert die  Gärten

Gegen die Auswirkungen des Klimawandels scheint man als Gartenmensch so machtlos wie der Verbraucher an einer x-beliebigen Hotline. „Ihr Anruf ist uns wichtig“, flötet die Stimme vom Band und lässt einen in der Schleife warten.

Das ist aber jetzt wirklich dringend. Man muss ja wissen, was zu tun ist. „Haben Sie einen Moment Geduld, wir sind gleich für sie da“, versichert die nicht existente Person am anderen Ende der Leitung und führt uns vor Augen, in dem Fall vor Ohren, welche Ewigkeit ein Moment sein kann. Das dachte man beim Klimawandel doch auch: Kommt. Irgendwann.

Und hoffentlich woanders. Jetzt ist er hier. „Wenn Sie mehr über uns erfahren möchten, besuchen Sie unsere Homepage unter www.blablabla.“ Nein, man möchte nicht noch mehr ablenkende Informationen  – etwa, dass man bei Trockenheit Zuckermais alle zwei bis drei Tage ausgiebig wässern solle oder dass man Wasserspeicherkästen auf Balkon und Terrasse verwenden kann. Es geht jetzt nicht darum, dass man Neupflanzungen besser in den Herbst legt oder ganz allgemein, um die Feststellung, dass sich die Blütezeit mit den steigenden Temperaturen nach vorne verschoben hat. Ein Ansprechpartner muss her. Zum Beispiel einer, der erklärt, wie man Wasser effizienter einsetzen kann. „Wenn Sie sich für Tröpfchenbewässerung interessieren, wählen Sie die eins. Wenn Sie eine andere Frage haben, wählen Sie die zwei.“ Man drückt die zwei. Es geht ja mal ums große Ganze. „Im Moment sind alle Mitarbeiter im Gespräch.“ Mein Tipp: Man wendet sich direkt an seine Pflanzen: Die Beobachtung wird zeigen, von welchen Gewächsen man sich verabschieden muss und welche unter den neuen Vorzeichen eine Chance bekommen. Was man schon sicher sagen kann, betrifft etwas Grundsätzliches:  Unter den veränderten Bedingungen ist es noch wichtiger geworden, den optimalen Platz für die jeweilige Pflanze zu suchen.

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