1. Dossier

Tipps für Gartenfreunde

Garten : Gechillt durch die Kartoffelernte

Hast du den Zahnarzttermin ausgemacht? Ist das Zimmer aufgeräumt? Vergisst du auch nicht, die Socken zu sortieren? Wer seinen Kindern so kommt, riskiert häufig schlechte Stimmung, und nun seinerseits angewiesen zu werden: „Chill mal dein Leben, Mama!

“ Das ist ein Auftrag, der in seiner Grundsätzlichkeit nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. Chill mal dein Leben! Das sollte man mal einem Nutzgärtner sagen, der jetzt ausmacht, sortiert und wo es sein muss für Ordnung sorgt. Was wäre denn dann mit der Kartoffelernte im nächsten Jahr?! Jetzt, wo die kleineren Kartoffeln aussortiert werden, um sie im nächsten Jahr als Setzkartoffeln zu verwenden! Oder das Aufsammeln des Fallobstes:

Da muss jeden Tag aufgeräumt werden. Vorzeitig abgeworfene Früchte sind oft wurmstichig. Lässt man sie liegen, kriechen die Larven der Schädlinge heraus, überwintern im Boden und sind im nächsten Jahr wieder aktiv. Da ist Leben! Aber Chillen kann man dann vergessen. Und beim Lauch sieht es auch nicht anders aus: Würde man nicht immer wieder anhäufeln, hätte man keinen Schaft, weiß wie Zahnschmelz. Ein Hobbygärtner erzählte mir übrigens, er pflanze den Lauch in eine Kuhle und verbinde das Anhäufeln immer mit dem Unkraut hacken. Beim Hacken zwischen den Reihen türmt sich die Erde praktisch von selber auf. Na, das war ja bisher wegen der Trockenheit, bei der kaum Unkraut wuchs, gechillter als in regenreichen Jahren. Ganz Unrecht hat die Jugend vielleicht nicht, wenn sie unaufhörlicher Geschäftigkeit entgegentritt. Warum also nicht mal eine Genusspause auf der Terrasse einlegen, wo der Sommerflor in Kübeln in der tiefer stehenden Herbstsonne brilliert?! Aber was ist das auf dem Tisch? Da hat jemand orangefarbene Ebereschenfrüchte und rote Zieräpfelchen in eine Vase mit Hortensien-Samenständen gestellt. Die Fruchtdeko gibt zusätzlich Farbe. Sieht irgendwie chilliger aus, findet die Tochter.

Stoffsäckchen schützen die Samen der Waldlilien vor Frassfeinden und fangen die reife Saat auf. Das sieht sogar noch hübsch aus. Foto: TV/Kathrin Hofmeister

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