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Trier: CDU bleibt stärkste Fraktion, AfD und Piraten schaffen vermutlich Sprung in den Stadtrat

Trier: CDU bleibt stärkste Fraktion, AfD und Piraten schaffen vermutlich Sprung in den Stadtrat

Nach dem vorläufigen Zwischenergebnis von Sonntag, 23.40 Uhr, bleibt die CDU stärkste Kraft im Stadtrat und die SPD zweitstärkste Fraktion. Ihr Ergebnis halten konnten die Grünen, deutlich abgesackt sind die FDP und die Freien Wähler, während die Linke zulegte. Nach ersten Berechnungen sind die Alternative für Deutschland und die Piratenpartei im nächsten Stadtparlament vertreten.

Mainz hat es getan, Ludwigshafen auch, Koblenz ebenso und die Verbandsgemeinden der Region erst recht: Während andere Städte und Kommunen den Bürgern am Sonntagabend Trendrechnungen der Kommunalwahlen präsentieren, liefert Trier nur recht nichtssagende Zwischenergebnisse der Stadtratswahl. Und anders als vorgesehen, sind die Trierer Wahlhelfer auch in vier von 72 Wahlbezirken nicht fertig geworden mit dem Auszählen der so genannten unveränderten Listenstimmen.

Bei einer Trendrechnung werden die bis dato ausgezählten Wählerstimmen auf einer 100-Prozent-Basis ins Verhältnis gesetzt. Addiert man die Ergebnisse der einzelnen Listen, kommt man auf 100 Prozent - auch, wenn erst ein Teil der Stimmzettel ausgezählt ist. Alle rheinland-pfälzischen Städte und auch die Verbandsgemeinden haben am Sonntagabend solche Trendrechnungen ihrer Kommunalwahlen ins Internet gestellt. Alle? Nein. Trier nicht. Da ergeben sich beim Addieren der Einzelergebnisse des vorläufigen Zwischenergebnisses der Stadtratswahl am Sonntagabend nur rund 70 Prozent.

"Eine Trendrechnung auf 100-Prozent-Basis können wir nicht liefern", erklärt Triers Pressesprecher Ralf Frühauf, "das gibt das Computerprogramm, das uns der Landeswahlleiter zur Verfügung gestellt hat, nicht her." Oberbürgermeister und Wahlleiter Klaus Jensen erklärt: "Das liegt daran, dass wir heute nur die unveränderten Listenstimmen auszählen." Die Stimmzettel, bei denen Wähler ihre Stimmen auf mehrere Parteien und Kandidaten verteilt haben, werden erst am Montag ausgewertet. Kumuliert und panaschiert wurde offenbar auf rund 30 Prozent aller abgegebenen Stimmzettel - und genau diese fehlen am Sonntag an der 100-Prozent-Basis. So prangen um 23.40 Uhr für die CDU nur 24,1 Prozent auf der Großleinwand und für die SPD nur 19,4 Prozent.

Warum anderen Städten und Kommunen echte Trendrechnungen möglich sind, kann Frühauf nicht erklären.
Der TV hat die Ergebnisse auf Basis des vorläufigen Zwischenergebnisses von 23.40 Uhr - da waren 68 von 72 Stimmbezirken ausgezählt - in ein Trendergebnis umgerechnet. Demnach bleibt die CDU stärkste Kraft und kann mit 32,9 Prozent ihr Ergebnis der Kommunalwahl 2009 (33,4 Prozent) wohl halten. Die SPD bleibt mit 26,4 Prozent zweitgrößte Fraktion und hält ihr Ergebnis von 2009 (26,9 Prozent) offenbar ebenfalls. Auch die Grünen liegen mit 17,9 Prozent nahe an 2009 (17,6 Prozent).

Herbe Verluste muss dagegen offenkundig die FDP einstecken, die nach dem vorläufigen Zwischenergebnis von Sonntagabend von 8,2 Prozent auf sechs Prozent fällt. Auch die Freien Wählern sind auf Talfahrt: Holte die FWG 2009 noch 9,1 Prozent, schienen sie gestern ebenfalls bei sechs Prozent zu landen.

Zuwächse zeichnen sich bei der Linken ab: 2009 hatte sie mit 3,6 Prozent der Wählerstimmen den Sprung in den Rat geschafft, gestern Abend stand sie auch bei sechs Prozent.

Die beiden erstmals angetretenen Parteien AfD und Piraten werden wohl im nächsten Stadtrat vertreten sein: Die AfD stand am Sonntagabend bei 4,5 Prozent, die Piraten bei 2,9 Prozent. Für die NPD lag das Trendergebnis gestern bei 0,7 Prozent (2009: 1,1 Prozent), womit sie ihren Sitz im Rat verloren haben dürfte.

Wie viele Plätze im Rat die anderen Listen im Stadtrat ergattert haben, ist noch offen. Die Wahlbeteiligung bei der Trierer Kommunalwahl liegt laut Presseamt bei rund 44,9 Prozent. Nicht nur bei der Trendrechnung ist Trier am Sonntagabend hinter den Erwartungen zurück geblieben. Anders als vorgesehen, wurden auch nicht in allen 72 Stimmbezirken die unveränderten Listenstimmen komplett ausgezählt. Vier Wahllokale - eins in Mitte-Gartenfeld, zwei in Trier-Nord und eins in Pfalzel - lieferten am Sonntagabend keine Ergebnisse ab. Warum, blieb unklar.

Christiane Wolff

Redaktion

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