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Trier rockt - die Kolumne zur Wallfahrt. Heute: Dinosaurier und der nahtlose Rock

Trier rockt - die Kolumne zur Wallfahrt. Heute: Dinosaurier und der nahtlose Rock

Heiße Themen, wichtige Infos, tiefe Recherchen. Da kann man sich die Finger wund schreiben. Und was passiert? Nix. Kaum schreibt man aber eine Heilig-Rock-Kolumne, in der ein Strickset (petrolblau) verlost wird, läuft die Mailbox voll.

Ich wollte wissen, wie nahtloses Weben funktioniert. Denn der Rock wurde laut Bibel "von oben her ohne Naht gewebt". Das Internet wusste nicht weiter. Und ich stand auf dem Schlauch. Nicht jedoch Annemie Kasel aus Aach. Sie schreibt: "Ich kaufe Schlauchware für Bündchen in meinem Stoffgeschäft. Die hatten die damals schon. Das ist so weit gedehnt worden in all den Jahren, die Ärmel rausgedrückt und unten geweitet. Dann ist keine Naht dran." Aha!

Mandana Wemmert empfiehlt, den Rock nahtlos zu filzen. Elsa von Rospatt aus der Vulkaneifel glaubt, dass er mit dem "Webstich" gefertigt worden sein könnte. Dann wäre er in Wirklichkeit gestrickt. Was auch sehr gut zur Technik meiner Kollegin Christiane passt. Denn sie würde den Rock herstellen, indem sie einen "seeeeehr großen Strumpf" strickt, zwei Fersen anlegt und eine Rundspitze, Löcher rein, umketteln, fertig.

Eine Mitarbeiterin im kirchlichen Dienst glaubte, ich sei nicht katholisch, denn dafür nähme ich die Bibel zu wörtlich. Von Dinosauriern sei dort ja auch keine Rede. Ein Gläubiger verstehe die Worte "von oben her" als "von Gott". Christus sei von Gott. Und in Christus seien die Kirchen vereint - ohne Naht. Ich bin katholisch und dachte: Bei der Schöpfungsgeschichte nicht alles so ernst zu nehmen, fällt mir leicht. Weil: Ich mag Dinosaurier. Aber das mit dem Rock, dachte ich, könnte man ja mal glauben.

Zum Glück fand ich auf Facebook noch eine Reaktion. Von einem Mitarbeiter des Generalvikariats! Er schreibt: "Klar, in der Antike gab es ungenähte Gewänder, in einem Rutsch gewebt". Törööö! Und dann hat er noch so eine Art Webbeschreibung angehängt. Da ist von vertikalen Ketten die Rede, von Einschlagsfäden und von einem "jugum". Kurz: Ich Banause verstehe nur Bahnhof und bin sehr dankbar, dass Marled und Hans Mader angeboten haben, mir das Ganze am Webstuhl vor dem Dom praxisnah zu erklären. Ich hoffe, dann wird alles gut.

Fest steht: Wer was erleben will, sollte für ein katholisches Strickmagazin schreiben.

In ihrer Kolumne "Trier rockt" verlost unsere Redakteurin heute ein Strickset (petrolblau). Es geht an Annemie Kasel.