Trotz mäßiger Wahlergebnisse: Stimmung locker bis heiter bei Landes-Grünen

Trotz mäßiger Wahlergebnisse: Stimmung locker bis heiter bei Landes-Grünen

Die Grünen lassen sich die Enttäuschung nicht anmerken. Gelassen feiern Parteimitglieder, Unterstützer und Spitzenkandidaten im Innenhof der Zentrale des Landesverbandes in Mainz.

Mainz. Sind die Grünen denn gar nicht enttäuscht? Doch. Als sich Spitzenkandidatin Tabea Rößner bei ihren Unterstützern bedankt, bricht eine Wahlhelferin in Tränen aus. Sie hatte noch am Nachmittag auf dem Gutenbergplatz in Mainz um Stimmen geworben.
"Ich habe immer gesagt, dass solide 13 Prozent realistisch und wünschenswert sind. 8 Prozent ist einfach nicht das Ergebnis, das wir erhofft haben", sagt Rößner nach der ersten Hochrechnung.
Zusammen mit Tobias Lindner, dem zweiten Spitzenkandidaten, bedankt sich Rößner vor versammelter Mannschaft. Sie wirkt trotz der mäßigen Wahlergebnisse erleichtert, dass der Wahltrubel ein Ende hat. Sie lässt den Abend bei einem Glas Bier ausklingen. Die Stimmung ist locker bis heiter. "Wir hingen in Rheinland-Pfalz dem Bundestrend immer hinterher. Diesmal nicht", sagt Rößner mit leiser Stimme. Es ist ein schwacher Trost. Die Ziele der Grünen waren ehrgeizig: Die 10,7 Prozent, die sie 2009 erreichten, wollten sie um Längen übertreffen.
Zwischenzeitlich sah es gut aus: 2011, im Jahr der Atomkatastrophe von Fukushima, knackten die Grünen bei Umfragen die 20-Prozent-Markierung. Die Euphorie legte sich zwar wieder, dennoch konnte Partei mit einem Wahlergebnis von 12 bis 15 Prozent rechnen.Köbler gibt Fehler zu

Auf dem Weg zur Wahlparty der rheinland-pfälzischen Grünen: vorne links Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, daneben (Mitte) Daniel Köbler, Chef der Grünen-Fraktionschef im Landtag. Foto: Erik Hüther.


Der Chef der Grünen-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Daniel Köbler, hat noch am Wahlabend Fehler seiner Partei eingeräumt. "Haben aber auch Fehler gemacht", schrieb er am Sonntag im Kurzmitteilungsdienst Twitter - wohl mit Blick auf die Debatte über die Steuerpläne seiner Partei und den Vorschlag eines Veggie-Days.
"Wir haben unsere Ziele nicht erreicht", gab Köbler zu. "Gegenwind war so stark wie nie."
Zum Veggie-Day, also einem fleischlosen Wochentag in Kantinen, ergänzte er: "Man kann die WählerInnen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger gewinnen, sondern mit positivem Spirit."