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Überwachungskameras zu Heiligrock in der Kritik

Trier. Die Piratenpartei in Trier und der Chaos Computer Club Trier kritisieren das Vorhaben der Polizei, während der Heilig-Rock-Wallfahrt im April und Mai auch Überwachungskameras einzusetzen. Stattdessen plädieren sie dafür, "eine Atmosphäre des Vertrauens durch persönliche Ansprache zu schaffen und so eine friedliche Wallfahrt zu ermöglichen".

Videoüberwachung zur Heilig-Rock-Wallfahrt? So manch einer rieb sich gestern verwundert die Augen, als die Polizei ihr Sicherheitskonzept zur Heilig-Rock-Wallfahrt verkündete und dabei auch auf die Überwachung per Kamera setzen will. Personalintensive Einlasskontrollen und Durchsuchungsmaßnahmen seien entbehrlich, wenn die Polizei sich statt dessen den Überblick per Monitor verschaffe, begründete die Polizei diesen Ansatz.

Bereits auf unseren Facebook-Seiten wurde das Vorhaben kontrovers diskutiert und zum Teil auch deutlich kritisiert .

Der Landesdatenschutzbeauftragte Edgar Wagner wird diese Anlagen demnächst vor Ort überprüfen, sein Urteil hat großes Gewicht.

Die Trierer Piratenpartei und der Chaos Computer Club (CCC) Trier haben sich in einer Erklärung deutlich gegen den Einsatz solcher Überwachungsmaßnahmen gewandt . "Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Überwachungskameras die Sicherheit eines überwachten Ortes oder einer Veranstaltung nicht gewährleisten können. Im Notfall ist zeitnahes Eingreifen erforderlich, Kameras gaukeln jedoch Sicherheit nur vor", argumentieren Piraten und CCC. Der vermeintliche Gewinn an Sicherheit stünde in keinem Verhältnis zu den Einschränkungen, die Besucher und Bewohner hinsichtlich ihrer Privatsphäre hinnehmen müssten. Mit Blick auf die Pilger hält der Trierer Piraten-Vorsitzende Christian Hautmann außerdem fest, dass gerade Pilger während der Wallfahrt "nicht weltlich überwacht" werden sollten. Schließlich sei die Ausübung des Glaubens eine "intime Angelegenheit".

Statt der Kontrollen plädieren beide Gruppen dafür, "eine Atmosphäre des Vertrauens durch persönliche Ansprache zu schaffen und so eine friedliche Wallfahrt zu ermöglichen". r.g.