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"Unterwegs für's Seelenheil": Ausstellung über Pilgerreisen öffnet in Thermen am Viehmarkt

"Unterwegs für's Seelenheil": Ausstellung über Pilgerreisen öffnet in Thermen am Viehmarkt

Was hat es mit der symbolischen Steinigung des Teufels im Islam, rituellen Bädern im Ganges oder der Verehrung von Reliquien im Christentum auf sich? Antworten darauf gibt die Wanderausstellung "Unterwegs für's Seelenheil" zum Thema Pilgerreisen, die gerade in den Viehmarktthermen in Trier eröffnet wurde.

Die vom Bistum Trier und der Generaldirektion Kulturelles Erbe des Landes Rheinland-Pfalz anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt veranstaltete Ausstellung wird noch bis 3. Juni zu sehen sein. Vom Verkehrszentrum des deutschen Museums in München und der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen konzipiert, beleuchtet die Ausstellung das Phänomen Pilgern bei den großen Weltreligionen: so etwa die frühen Pilgerreisen einzelner Ordensleute ins Heilige Land oder den islamischen "Hadsch", die traditionelle Pilgerreise im Umfeld von Mekka und eine der fünf Säulen des Islam. Auch über die Massen-Wallfahrt am indischen Ganges, den "Kumbh Mela", erfährt der Besucher Erstaunliches: allein in der Neumondnacht im Januar 2001 badeten 32 Millionen Pilger im heiligen Fluss.

Kuratorin Dr. Bettina Gundler vom Deutschen Museum sagte: "Wir verstehen uns als Museum für Mobilität und haben natürlich einen spezifischen Blick auf das Pilgern. Aber es ist ein globales Menschheitsphänomen, über religiöse Grenzen hinaus. Wir haben uns gefragt: Was macht die Pilgerkultur aus, was eint sie?" Das Ergebnis sei nun eine kleine, aber bildgewaltige Ausstellung, die die Besucher zu ausgewählten Pilgerorten der Vergangenheit und Gegenwart begleite. Auch Wallfahrtsleiter Monsignore Dr. Georg Bätzing lobte das Konzept. Er freue sich, dass die Ausstellung am Palmsonntag zu Beginn der heiligen Woche vor Ostern eröffne. Die zahlreichen Prozessionen der Osterzeit seien sozusagen kleine, verkürzte Pilgerwege, die Jesus Christus zum Ziel hätten. "Thematisch fügt sich das Thema Pilgerreisen also ideal in die Osterzeit, aber auch in den Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt ein, die im Grunde eine Jesus-Wallfahrt ist", sagte Bätzing. Er sei dankbar für die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Religionen und Menschen ohne Glauben, dafür liefere die Ausstellung die perfekte Plattform.

Micha Flesch, Kulturbeauftragter der Wallfahrt, dankte besonders Mechthild Neyses-Eiden, der stellvertretenden Direktorin des Rheinischen Landesmuseums Trier, für die Kooperation zur Ausstellung. "Unterwegs für's Seelenheil" mache nicht zum ersten Mal im Bistum Station, bereits letztes Jahr sei die Ausstellung in Saabrücken zu sehen gewesen. "Wir erhoffen uns, dass die Ausstellung genau wie in Saarbrücken auch hier den interreligiösen Dialog fördert", sagte Flesch. Neben Führungen durch die Ausstellung werde es auch ein Begleitprogramm geben, das musikalisch von Gruppen aus dem Kongo, Bolivien oder der Ukraine gestaltet werde.

Ausgesuchte Pilgerlieder aus 1.000 Jahren gab es auch während der Vernissage vom "ensemble85" unter der Leitung von Martin Folz. Günter Lehner, Geschäftsführer der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen, sagte: "Es gibt kaum einen würdigeren Patz für die Schau als die Viehmarktthermen mit diesem tollen Ambiente."

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag (auch Ostermontag und Pfingstmontag) von 9 bis 17 Uhr in den Viehmarktthermen in Trier zu sehen. Montags sowie am 10. April und 29. Mai ist die Ausstellung geschlossen. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.trier-info.de/thermen-am-viehmarkt-info