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VG Hermeskeil: Im geschrumpften Rat sitzen zwei neue Kräfte

VG Hermeskeil: Im geschrumpften Rat sitzen zwei neue Kräfte

Die CDU hat bei der Wahl des Rats der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil ihren Status als stärkste Fraktion gefestigt. Sie landet bei 41 Prozent, gewinnt Stimmen hinzu und muss dennoch ein Mandat abgeben, da das Gremium von 32 auf 28 Köpfe schrumpft. Die größten Verluste müssen die Bürger für Bürger (BFB) hinnehmen. Piraten und Linke ergattern erstmals jeweils einen Sitz im Rat, der sich künftig aus sechs politischen Kräften zusammensetzt.

Eins stand schon vor der Wahl am Sonntag fest. Im VG-Rat Hermeskeil fallen künftig vier Sitze weg. Weil inzwischen weniger als 15 000 Menschen in den 13 VG-Orten leben, verringert sich laut Gesetz die Zahl der Mitglieder in diesem politischen Gremium von bisher 32 auf 28.

Das war die spezielle Ausgangssituation einer Wahl, deren Ergebnis CDU-Listenführer Hartmut Heck so kommentiert: "Wir sehen uns als Gewinner." 41 Prozent der abstimmenden Bürger haben am Sonntag ihr Kreuz bei den Christdemokraten gemacht. Im Vergleich zu 2009 ist das ein Plus von 2,8 Prozentpunkten. Trotzdem haben sie im geschrumpften VG-Rat nur noch elf statt zwölf Sitze. Mit dem Hermeskeiler Gynäkologen Tiberius Dersidan hat die CDU auch den größten Aufsteiger unter allen Bewerbern in ihren Reihen. Er klettert mit 3133 Einzelstimmen von Platz 18 auf Rang fünf in der CDU-Liste. Ihre Hochburg haben die Christdemokraten in Naurath, wo 62,2 Prozent für sie stimmen. Am schlechtesten schneiden sie mit 25,4 Prozent in Züsch ab. Die SPD erzielt in diesem Ort mit 48 Prozent ihr bestes Resultat. Insgesamt verlieren die Genossen aber auf VG-Ebene etwas an Boden. Sie erreichen 30,3 Prozent (2009: 31,6 Prozent) und schicken nur noch acht statt zehn Verteter in den VG-Rat. Er sei trotzdem nicht unzufrieden, sagt Listenführer Uwe Roßmann.

Die FWG erreicht 13,0 Prozent (2009: 14 Prozent). Sie stellt noch vier Mandatsträger und verliert einen Sitz. Besonders stark ist die FWG in Gusenburg (42 Prozent), wo sie mit Josef Barthen auch den Ortsbürgermeister stellt. Die größten Verluste müssen die Bürger für Bürger (BFB) hinnehmen. Die Gruppe um den Hermeskeiler Stadtchef Udo Moser und den Reinsfelder Paul Port rutscht im Vergleich zu 2009 von 16,2 Prozent auf 8,9 Prozent ab (2009: 16,2 Prozent) und ist nur noch mit einem Trio im VG-Rat vertreten (vorher fünf Sitze). "Wir haben uns natürlich ein anderes Ergebnis vorgenommen. Woran es liegt, müssen wir noch analysieren. Es sind aber wohl viele Faktoren zusammengekommen", sagt Port. So sackt die BFB in Neuhütten, wo ihr anders als 2009 (Hermann-Josef Bier) ein Bewerber auf der Liste fehlt, von 20,5 auf 4,3 Prozent ab. Die Linke landet bei ihrem ersten Anlauf bei 3,5 Prozent und entsendet Thorsten Asselborn in den neuen VG-Rat. Die Piraten erbeuten 3,2 Prozent, was Ottmar Muno ein Ratsmandat beschert.

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,5 Prozent. Bemerkenswert: Von den 28 gewählten VG-Ratsmitgliedern kommen 15 aus der Stadt Hermeskeil. Nach dem Ergebnis der dortigen Windkraftumfrage könnte das auch auf VG-Ebene die Diskussionsgrundlage in Sachen Mindestabstände verändern.Meinung

VG Hermeskeil: Im geschrumpften Rat sitzen zwei neue Kräfte
Foto: volksfreund.de

Große Belastungsprobe

Von Axel Munsteiner

Keine Frage: Im neuen Hermeskeiler VG-Rat wird es noch schwieriger, Mehrheiten zu finden. Immerhin tummeln sich dort fortan sechs statt vier Gruppen. Klare Parteienlager hat es im Rat in der Vergangenheit nicht gegeben. In wichtigen Aufgabenfeldern wie Feuerwehr oder Schulen gab es fast immer Konsens. Dass sich das nun grundlegend ändert, ist kaum zu erwarten. Doch ruhigen Zeiten sieht der VG-Rat trotzdem nicht entgegen. Denn eine große Belastungsprobe naht schon. Die Debatte um Windkraftabstände wird das beherrschende Thema bleiben, und die Meinungen driften bei dieser Streitfrage selbst innerhalb der Fraktionen - speziell aber bei der SPD - immer mehr auseinander. a.munsteiner@volksfreund.de