"Vieles ist Stückwerk geblieben"

"Vieles ist Stückwerk geblieben"

Nach Otmar Rößler (Freie Liste) und Hans-Georg Becker (CDU) lesen Sie heute, warum sich Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) für den Bürgermeister-Posten in Schweich bewirbt und welche Schwerpunkte sie setzen möchte.

Schweich. "Es reizt mich, hier etwas zu entwickeln", begründet die SPD-Landtagsabgeordnete Ingeborg Sahler-Fesel ihre Kandidatur für den Posten des Bürgermeisters der Stadt Schweich. Schweich habe viel Entwicklungspotenzial, und es gebe auch viele tolle Ansätze, sagt die 58-Jährige im Gespräch mit dem TV, aber es werde wenig zu Ende gebracht. "Wir haben die gleichen Probleme wie vor fünf Jahren, irgendwann muss man mal zu Potte kommen."
So sei beispielsweise das Verkehrskonzept nicht umgesetzt, das Parkkonzept gehe nicht über Ansätze hinaus. Am Wochenende sei es bei zwei Großveranstaltungen, dem Fest der Römischen Weinstraße und dem Tanzturnier der Stadthusaren, teilweise chaotisch zugegangen. Hier müsse auch der Bereich am Leinpfad und am Schiffsanlegesteg in die Überlegungen einbezogen werden. Am neuen Bürgerzentrum ist nach Ansicht der Sozialdemokratin vieles Stückwerk geblieben. Weder seien Räume für die Jugendlichen geschaffen worden (siehe auch Extra), noch hätten die Stadtkapelle oder andere Vereine dort Kapazitäten bekommen. Erst wenn festgestellt werde, dass es nicht mehr anders ginge, werde reagiert. Dies sei ja auch schon beim provisorischen Kreisel am Ermesgraben so gewesen. Nicht zufrieden ist Sahler-Fesel auch mit dem Standort der neuen Schulen. Sie seien nicht dort, wo sich das Leben in der Stadt abspiele. Auch im Stadtteil Issel, wo die Kandidatin lebt, sieht sie Handlungsbedarf. "Als es um den Isseler Sportplatz ging, hat man nicht gefragt, was Feuerwehr und Kita noch an Platz brauchen. Die Bürger müssen viel mehr mitgenommen werden, als das bisher geschieht." Um den Bürgern mehr Teilhabe an der Stadtpolitik zu ermöglichen, möchte Sahler-Fesel im Falle ihrer Wahl zur Bürgermeisterin zu Beginn jeder Stadtratssitzung Einwohnerfragestunden einführen. Auch soll einmal im Jahr innerhalb einer Sitzung eine Einwohnerversammlung abgehalten werden. Auch Kinder und Jugendliche sollen dann Fragen stellen dürfen.
Kommunalwahl 2014


Dass sie beide Jobs, den als Landtagsabgeordnete und den als Bürgermeisterin von Schweich, gut bewältigen kann, daran lässt die 58-Jährige keinen Zweifel. "Ich kann viel aus Mainz regeln, ich regele ja jetzt schon viel in Mainz für Schweich." Von Montag bis Donnerstag habe sie meist in der Landeshauptstadt zu tun, sagt Sahler-Fesel, danach lege sie ihren Schwerpunkt in den Wahlkreis. Als Arbeitskreis-Leiterin habe sie Steuermöglichkeiten bei der Sitzungsterminierung in Mainz und könne daher flexibel reagieren. Arnold Schmitt (Riol) und Jochen Hartloff (Kusel) seien ja auch in Personalunion Abgeordnete und Bürgermeister gewesen.Extra

Jugendtreff: Die Räume in der alten Schule seien kein geeignetes Domizil für die Jugend, meint Ingeborg Sahler-Fesel. Inmitten eines eng umbauten Wohnumfeldes seien Probleme mit Lärm programmiert. Sie plädiert für die Einrichtung eines Kinder- und Jugendtreffs neben der Skateranlage am Schulzentrum. Pläne, im neuen Bürgerzentrum eine Heimat für Jugendliche zu schaffen, seien nicht umgesetzt worden. Stadtsanierung: Alt-Schweich, laut Sahler-Fesel "das Herz der Stadt", müsse besser integriert werden. Einerseits bezieht die Abgeordnete diese Forderung auf den Verkehr ("Wir brauchen ein vernünftiges Verkehrskonzept"), andererseits auf den Einzelhandel. Die inhabergeführten Geschäfte müssten belebt werden und an Attraktivität gewinnen. Sie seien viel zu sehr von den Kundenströmen abgekoppelt. Sport-Infrastruktur: Am neuen Sportplatz am Schulzentrum fehlt nach Meinung von Ingeborg Sahler-Fesel ein Sportlerheim. Der versprochene Ersatz sei noch nicht geschaffen geworden, nachdem der Isseler Sportplatz aufgegeben und in Schweich ein neuer Kunstrasenplatz gebaut wurde. Bouleplätze in Schweich und Issel und ein Minigolfplatz sollten das Sport- und Freizeitangebot in der Stadt ergänzen. alfExtra

Ingeborg Sahler-Fesel ist 58 Jahre alt und familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Geboren und aufgewachsen ist sie in Trier-Ehrang. Sahler-Fesel ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit 2009 in Schweich-Issel. alf