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Wahlhelfer gibt zu viele Stimmen ein

Wahlhelfer gibt zu viele Stimmen ein

Einer der Wahlhelfer bei der Gemeinderatswahl in Maring hat es zu gut gemeint. Dort, wo schon ein Listenkreuz verteilt war, gab er noch jedem Listenmitglied eine Stimme. Die Folge: Das Ergebnis war falsch.

Maring-Noviand. Wegen eines Fehlers bei der Auszählung musste ein Teil der Stimmen der Gemeinderatswahl in Maring-Noviand noch einmal ausgezählt werden. Nach Angaben von Heiner Nilles (Verbandsgemeinde-Verwaltung Bernkastel-Kues) hatte der Wahlhelfer, der im Wahllokal im Ortsteil Maring die Ergebnisse in den Computer tippte, einen Teil der Stimmzettel falsch interpretiert. Er hatte auf den Zetteln, die mit einem Kreuz für eine der drei Listen versehen waren, jedem Kandidaten der angekreuzten Liste noch eine weitere Stimme zugeordnet. Das führte dazu, dass eine Wahlbeteiligung von knapp 87 Prozent herauskam.

Das machte die Verantwortlichen in der Verwaltung stutzig. Ein schuldhaftes Vorgehen liege nicht vor, teilt Heiner Nilles mit. "Es kamen mehrere Faktoren zusammen", erläutert er. Vor allem sei der Wahlhelfer in seiner Vorgehensweise unsicher gewesen.

Die Liste Zukunft verharrt nach der Neuauszählung bei acht Mandaten, die Vereinte Bürgerliste bekommt vier Sitze. Nach der Auszählung am Wahlabend hatte sie fünf Mandate. Die Wählergruppe Brixius, die zuerst drei Mandate hatte, kommt nun auf vier Sitze.

Unsicherheit gab es auch noch in anderer Hinsicht. Anrufer hatten sich bei der Kommunalverwaltung in Wittlich gemeldet und darauf hingewiesen, dass im Ortsteil Noviand auch in Räumen gewählt worden sei, die ursprünglich nicht dafür vorgesehen und ausgewiesen waren.

Der Andrang der Wähler sei so groß gewesen, dass er zeitweise einen Nebenraum des Bürgerhauses geöffnet habe, erläutert Ortsbürgermeister Hans-Josef Edringer. Dieser Raum sei vom Wahllokal einsehbar und habe keinen eigenen Zugang.

Zu Spitzenzeiten habe er zudem noch einen Raum im Obergeschoss des Bürgerhauses geöffnet. "Ich bin mit nach oben gegangen und vor der Tür geblieben", sagt Edringer. Im Jahr 2004 habe er das übrigens genauso gehandhabt, um speziell älteren Menschen die Wartezeit zu verkürzen.

Die VG-Verwaltung hat sich bei der Kommunalaufsicht kundig gemacht. "Die Vorgehensweise ist zulässig", sagt Heiner Nilles.