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Wald als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Wald als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zur Jahreshauptversammlung des Waldbauvereins Daun haben sich rund 130 Waldbesitzer und Gäste im Haus Vulkania in Dreis-Brück getroffen. Neben der Wahl eines neuen Vorstands stand das Thema nachhaltige Wertschöpfung aus Holz auf der Tagesordnung.

Dreis-Brück. "Im Wald geht es auch um Ökonomie, nicht nur um Ökologie", betonte Josef Braun, Vorsitzender des Waldbauvereins. Dass Wald ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, wurde von Elmar Franzen, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Eifel in Bitburg, mit Zahlen belegt. So sei etwa der Preis für gutes Fichtenstammholz allein im vergangenen Jahr um sechs bis sieben Euro pro Festmeter gestiegen. Dadurch könnten derzeit bis zu 100 Euro pro Festmeter erzielt werden.
Bei der Versammlung stellte Michael Oeffling die neu gegründete Gesellschaft DWH Wald und Holz-Forst-Service, mit Sitz in Daun, als eigenständige Vermarktungsorganisation für den Vulkaneifelkreis vor. Um Zahlen ging es im Vortrag von Björn Seintsch vom Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie in Hamburg. So seien im Jahr 2011 bundesweit rund 71 000 Menschen in der Forstwirtschaft beschäftigt gewesen, erklärte Seintsch. Diese hätten rund 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. In Deutschland seien sämtliche Wälder Wirtschaftswälder oder durch menschliche Bewirtschaftung geprägt, so eine These von Seintsch. Der heutige Wald sei durch das Nutzungsverhalten und die Ansprüche früherer Generationen entstanden, betonte er weiter. Für die Zukunft sagte der promovierte Forstwirt voraus, dass mehr Holz benötigt werde, was teilweise mit energiepolitischen Zielen zusammenhänge. Dadurch könne Holz sogar knapp werden, was sich aber wieder regeln werde. Für Seintsch ist die sogenannte holzbasierte Wertschöpfung, also das Geld, das mit Holz erwirtschaftet wird, ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft. Das werde in der Gesellschaft aber nicht genügend anerkannt. aix
Extra

Der Waldbauverein Daun ist ein Zusammenschluss der Waldbesitzer im Vulkaneifelkreis. Er hat rund 1600 Mitglieder, die rund 3650 Hektar Privatwald bewirtschaften (das entspricht umgerechnet rund 5110 Fußballfeldern). Fast die Hälfte der Fläche des Kreises Vulkaneifel ist mit Wald bewachsen. aix