1. Serien und Specials

Wasserliesch verabschiedet 3,5 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm

Kommunalpolitik : Was in Wasserliesch neben der Sanierung der Gymnastikhalle noch geplant ist

Die Gemeinde Wasserliesch will in diesem und im kommenden Jahr 3,5 Millionen Euro investieren. Zur Gymnastikhalle gab es eine Eilentscheidung.

Derzeit sollen Ratssitzungen wegen Corona möglichst kurz gehalten werden. Deshalb hat der Wasserliescher Ortsbürgermeister Thomas Michael Thelen den neuen Doppelhaushalt per Videokonferenz besprochen und alle Fragen dazu beantwortet.

So konnte, nachdem ein paar Nachfragen von Ottmar Mengelkoch (SPD) geklärt waren, das Zahlenwerk schnell beschlossen werden, einstimmig, bei einer Enthaltung.

Bei den Investitionen fällt der Betrag von 130 000 Euro für die verbesserte Ausstattung der Küche in der Kita auf. Ein großer Konvektomat (Dampfgarer), die Erweiterung der Lüftungsanlage und die Vergrößerung der Kochfelder kosten so viel.

211 000 Euro stehen für die Neugestaltung des Marktplatzes bereit. „Zunächst planen wir mal für 20 000 Euro und setzen das Projekt im nächsten Jahr um“, sagt der Ortschef. Ob 110 000 Euro für die Freizeitfläche am Moselufer ausgegeben werden können, werde von Corona abhängen. Weiter läuft jedoch der Ausbau der Römerstraße, für den im laufenden Jahr 973 000 Euro veranschlagt sind. Unterm Strich stehen 3,458 Millionen im Investitionshaushalt, einschließlich der Beträge für unvorhersehbare Kosten in den kommenden Jahren.

Ortsbürgermeister Thelen verkündete auch Eilentscheidungen, denn die Instandsetzung der Gymnastikhalle wird von vielen sehnsüchtig erwartet. Hier kostet die Erneuerung der Hallendecke mit Beleuchtung 31 162 Euro (Schmitt Elektrotechnik, Konz), der Gerüstbau 8937 Euro (Dieter Hennen GmbH, Trier) und der Trockenbau 31 192 Euro (Heinz Wächter GmbH, Trier). Bis Ende April soll die Halle wieder benutzbar sein, wünscht der sich.

Ein ernstes Anliegen ist es dem Rat mit sogenannten „Stolpersteinen“ an jüdisches Leben in Wasserliesch zu erinnern. Das sind kleine Gedenktafeln, die an den Orten, wo die Opfer des Nationalsozialismus einst lebten, von Künstler Gunter Demnig ins Pflaster eingelassen werden. „Seit einem Jahr versuchen wir einen Termin bei ihm zu bekommen“, bedauert Thelen. Acht Juden, unter anderen Berta, Sophie und Susanna Simon, lebten in Wasserliesch bis zu ihrer Deportation ins KZ Litzmannstadt vor 80 Jahren.

Jetzt wird ein Termin im September angestrebt. Das Projekt soll von einem Historiker und von Schülern im Unterricht im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben begleitet werden. Weitere Informationen über das Stolperstein-Projekt gibt es im Internet unter www.stolpersteine.eu.