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Wer wird neuer Bürgermeister?

Wer wird neuer Bürgermeister?

Wer wird Saarburgs neuer Verbandsbürgermeister? Nachdem Amtsinhaber Leo Lauer den Verzicht auf eine neue Kandidatur angekündigt hat, stimmen die Parteien über Aspiranten aus ihren Reihen ab. Stadtbürgermeister Jürgen Dixius wird wohl ins Rennen gehen.

Saarburg. Im Herbst wird es an der Spitze der Verbandsgemeinde (VG) einen Wechsel geben. Leo Lauer hat angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen bei der anstehenden Wahl nicht mehr als Kandidat für das Amt anzutreten. Im Laufe der kommenden Wochen werden die Parteien ihre Kandidaten küren - falls sie denn welche ins Rennen schicken wollen. Offiziell beschlossen hat darüber noch keine Partei.
Als sicher gilt, dass Stadtbürgermeister Jürgen Dixius (CDU) antreten wird. Obwohl sein Name schon seit Monaten gehandelt wird und auch die Karnevalisten in der Bütt das Thema dankbar aufgriffen, äußert sich Dixius bisher noch zurückhaltend.Zwei Ämter in Personalunion


"Ich habe grundsätzlich Interesse an einer Kandidatur. Es sind aber noch etliche Gespräche zu führen. Und dann ist ein Beschluss der CDU abzuwarten", sagt der Stadtchef. Sollte Dixius kandidieren und die Wahl gewinnen, würde er die Ämter als Stadt- und als Verbandsbürgermeister in Personalunion führen. Das ist eine Variante, die es in Saarburg schon gab und die es derzeit in Konz gibt. Dort ist Karl-Heinz Frieden Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde.
Etwas deutlicher als Dixius äußert sich Simone Thiel, Vorsitzende der CDU im Saarburger Land. "Der Vorstand schlägt Jürgen Dixius vor. Er wird sich nun in den Ortsverbänden vorstellen", sagt Thiel. Im April sollen die Mitglieder dann abstimmen. Zu einer möglichen Doppelbelastung als Stadt- und VG-Bürgermeister sagt Thiel: "Jürgen Dixius hat als Stadtbürgermeister bewiesen, dass er eine Verwaltung führen kann und viele Ideen hat. Diese Eigenschaften wären auch zum Wohle der Ortsgemeinden." Für das Frühjahr seien Versammlungen geplant, zu denen auch Nicht-CDU-Mitglieder eingeladen würden, die sich dann zur Kandidatenfrage äußern könnten.
Auch die SPD hat sich noch nicht definitiv festgelegt. "Die SPD hat geeignete Kandidaten in ihren Reihen. Die Frage ist, wer es dann tatsächlich macht", sagt SPD-Chef Frank Gerardy. Ob eine mögliche Personalunion gut für die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg ist? "Bei zu viel Zentralisierung besteht die Gefahr, dass die Ortsgemeinden zu kurz kommen", sagt Gerardy.
Auch die Freien Wähler preschen noch nicht vor. "Ob wir einen Kandidaten aufstellen und wen wir aufstellen, entscheidet eine Mitgliederversammlung im März", sagt Mario Wolter, Vorsitzender der FWG. Derzeit liefen Gespräche zwischen der Fraktion im VG-Rat und dem Vorstand des Vereins. Wolter deutet die Ambitionen der Freien Wähler an. "Wir haben die richtigen Leute. Seit Jahrzehnten übernehmen wir bereits kommunalpolitische Verantwortung." Dass VG und Stadt von derselben Person geführt werden könnten, schmeckt den Freien Wählern nicht. "Die Aufgaben in der Verbandsgemeinde sind so mannigfaltig. Wären die Ämter in einer Hand, wäre das keine glückliche Situation."Keine Lösung für Saarburg


Stephanie Nabinger, Sprecherin der Grünen in der VG, kann sich vorstellen, dass ihre Partei eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. "Namen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Aber die Grünen werden sich in den kommenden Wochen entscheiden. Geeignete Leute in unseren Reihen gibt es." Sollten Stadt und VG von ein und derselben Person geführt werden, ist das aus Nabingers Sicht keine gute Lösung für Saarburg. "Das wäre eine Konzentrierung der Macht. Gelebte Demokratie sieht aus meiner Sicht anders aus. Konz ist kein gutes Beispiel", sagt Nabinger.Meinung

Zweikampf nicht ausgeschlossen
Im Herbst entscheidet der Wähler über einen neuen Verbandsbürgermeister. Offiziell steht bisher lediglich fest, dass Leo Lauer nicht wieder antritt. Die Parteien haben ihre Kandidaten noch nicht gekürt - offiziell. Dabei dürften die Entscheidungen grundsätzlich längst gefallen sein. Es ist politische Sitte, sich erst nach einem Beschluss der Parteimitglieder öffentlich zu einem Kandidaten zu bekennen. Damit ist die Zurückhaltung der Parteien zu erklären. Intern dürften die Kandidaten feststehen. Stadtbürgermeister Jürgen Dixius steigt für die CDU in den Ring. Bis zur Nominierung müsste er versuchen, bei den Ortsbürgermeistern mögliche Skeptiker zu überzeugen. Den Ortsgemeinden ist ihre Eigenständigkeit wichtig. Sie wollen nicht zu kurz kommen, sollten VG und Stadt Saarburg von derselben Person regiert werden. Für die FWG könnte Mario Wolter ins Rennen gehen. Es wird spannend zu beobachten, wie er sich gegen Dixius profilieren will - wurden die meisten Beschlüsse im VG-Rat doch einstimmig und ohne heftige Dispute gefasst. Obwohl sich die Grünen nach Aussage von Stephanie Nabinger einen eigenen Kandidaten vorstellen könnten, wäre auch denkbar, dass sie den der SPD unterstützen. Bei den Sozialdemokraten ist die Kandidatenfrage offen. Frank Gerardy wird es vermutlich nicht machen, weil er in einer Kanzlei gebunden ist. Findet sich niemand, könnte es einen Zweikampf zwischen Dixius und Wolter geben. t.thieme@volksfreund.de