Wittlicher setzt auf Politik des Lächelns

Wittlicher setzt auf Politik des Lächelns

Frei, unabhängig, entschlossen - mit diesem Slogan wirbt der Wittlicher Stephan Henkel um Stimmen für die Bürgermeisterwahl in der VG Wittlich-Land. Der 54-Jährige setzt bei seiner Kampagne vor allem auf das Internet.

Stephan Henkel ist Wittlicher mit Leib und Seele. Man kann ihn den ganzen Tag über in der Stadt treffen. Und schon seit einiger Zeit mischt er sich in die lokale Politik ein. Mit seiner Internetseite "Wittlicher Intelligente Liste" zum Beispiel. Oder mit seinen Kandidaturen für die politischen Ämter in der Säubrennerstadt. Schon zwei Mal hat der 54-Jährige sich für einen Posten beworben: 2009 wollte er Wittlicher Bürgermeister werden, 2011 trat er als Kandidat bei der Landratswahl an.
Beide Male hat es nicht geklappt. Henkel kam jeweils nur auf zwei Prozent der Stimmen.
Das soll bei der Wahl für das Bürgermeisteramt der VG Wittlich-Land am 25. Mai besser werden. Wie bei den vorausgegangenen Abstimmungen tritt der ehemalige SPD-Parteigänger dabei als unabhängiger Kandidat an. "Parteipolitik wird in Berlin oder Mainz gemacht. In unserer Verbandsgemeinde brauchen wir einen freien und unabhängigen Bürgermeister", sagt er. Ein VG-Chef solle ohne parteipolitisches Gezänke und interessenpolitisches Gehader arbeiten können.

Buchstäblich in letzter Minute reichte Henkel bei der VG-Verwaltung die erforderlichen Unterschriften ein, die seine Kandidatur legitimieren. Vorher war er durch die beiden Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Manderscheid getingelt, hatte in Kneipen und auf Dorfplätzen mit den Menschen geredet.

Aufgewachsen ist Henkel in Wittlich. Beruflich lässt er sich nicht festlegen: Auf seiner Homepage bezeichnet er sich als Politologen, Werbekaufmann, Internet-Experten, Electronic-Business-Experten und Fremdsprachenkorrespondenten - wo er arbeitet bleibt unklar. Laut eigenen Angaben spricht er fünf Sprachen. In den 90er-Jahren arbeitete er als Selbstständiger in Leipzig und später als Subunternehmer in der Werbung und den Printmedien. Derzeit sei er vor allem im Bereich Internet-Marketing aktiv, sagt er.

Das Internet hat er auch als Plattform für seinen Wahlkampf entdeckt. In einem Online-Tagebuch kommentiert er die Politik in der Stadt Wittlich, über das soziale Netzwerk Facebook mischt er sich in Diskussionen über die Region ein.

Der neuen, vergrößerten Verbandsgemeinde Wittlich-Land (siehe Extra) will er eine "Offensive des Lächelns" bescheren: "Bei leeren Kassen sind kostenneutrale Maßnahmen wie Freundlichkeit, Lächeln und konstante Bürgernähe dazu angetan, kreative Potenziale zu erwecken und große Dinge zu verwirklichen", zitiert er einen Stadtmarketing-Experten.

Für Henkel ist die VG Wittlich-Land eine "aufstrebende Kommune mit außerordentlich positivem Arbeitsplatzpotenzial". Laut dem 54-Jährigen sind in den vergangenen Jahren aber Entwicklungen eingetreten, die einen dauerhaften Fortschritt der VG behindern könnten. Besonders die schwierige finanzielle Situation der Kommune müsse verbessert werden, sagt er. Nur dann könnten die gesellschaftlichen Akteure die Entwicklung der Region vorantreiben. Und dabei seien auch die Bürger gefordert. Die sollen sich laut Henkel mehr in die Politik einbringen können - und auch mehr Eigenverantwortung tragen.Extra: Das fordert Stephan Henkel

Schnelles Internet auf dem Land: "Wir müssen unsere hervorragende Verkehrsinfrastruktur um eine effektive Kommunikationsinfrastruktur erweitern. Damit werden wir in die Lage versetzt, neue Gewerbe- und Industriebetriebe dauerhaft in unserer Verbandsgemeinde dauerhaft ansiedeln zu können."

Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs: "Für alle Bürger in der VG muss eine optimale Mobilität gewährleistet werden. Gerade Ältere sollen durch spezifische Mobilitätsangebote in die Lage versetzt werden, besser am gesellschaftlichen und kulturellen Angebot in unserer Region teilhaben zu können - damit keiner isoliert bleiben muss."

Sozialer Zusammenhalt: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wir brauchen ein gesundes Ambiente, eine funktionierende Gemeinschaft, eine intakte Familie. Daher liegt es in meinem Bestreben, solide Grundlagen für eine wahrhaft solidarische Gemeinschaft in unserer Verbandsgemeinde zu schaffen."