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Wolfram Leibe: „Ich habe große Lust, Triers Oberbürgermeister zu werden“

Wolfram Leibe: „Ich habe große Lust, Triers Oberbürgermeister zu werden“

Eine Prognose über den Ausgang der Oberbürgermeister-Wahl hat sich SPD-Kandidat Wolfram Leibe am Sonntagnachmittag nicht zugetraut. Als am Abend feststeht, dass er es gegen CDU-Kandidatin Hiltrud Zock in die Stichwahl geschafft hat, freut er sich sehr.

Wolfram Leibe wirkt erleichtert, als er kurz nach 19 Uhr ins Rathaus kommt. Die ersten Auszählungen aus den einzelnen Stadtbezirken hat er sich zu Hause angesehen, zusammen mit seiner Ehefrau Andrea, seinen Schwiegereltern, die aus Karlsruhe zu Besuch da sind, und Tochter Pauline. "Wir haben den Laptop auf den Küchentisch gestellt. Als dann die ersten Ergebnisse kamen, haben wir erstmal eine Flasche Sekt aufgemacht", erzählt der 54-Jährige, merklich gelöst und auch deutlich weniger förmlich als sonst. "Es war ja so, dass keiner sich zugetraut hat, konkret einzuschätzen, wie die Sache heute ausgeht", sagt er. "Außer, dass der grüne Kandidat Fred Konrad die absolute Mehrheit holt, schienen ja so einige Konstellationen möglich."

Am Wahltag erstmal ausgeschlafen

Dass er in den Wahlbezirken Gartenfeld 1 und 3 - im Heimatstadtteil von Hiltrud Zock - sogar leicht besser als die CDU-Gegnerin abgeschnitten hat, überrascht ihn daher auch. "Ich werte das als Zeichen, dass die Wähler durchaus Wert schätzen, wenn man sich gerade auch zu heiklen Dingen klar positioniert", sagt Leibe. Als einziger der drei Kandidaten hatte er vor der Wahl deutlich gemacht, dass er gegen eine Instandsetzung der maroden Egbert-Grundschule im Gartenfeld ist.

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Abgesehen vom großen Showdown am Abend war der Wahlsonntag für Leibe der erste Tag seit Monaten ohne Termine. "Da hab ich erstmal ausgeschlafen", erzählt er. Nach dem Frühstück habe er die Sonntagszeitung von vorne bis hinten durchgelesen. "Auch etwas, wozu ich in den vergangenen Monaten eher nicht gekommen bin." Den warmen Herbsttag hat er ansonsten für einen Spaziergang mit der Ehefrau entlang der Weinberge am Petrisberg genutzt. Auch Familienhund Toffee, ein kleiner, braun-schwarzer Cavallier-King-Charles-Spaniel, war dabei, die Spürhundnase im Gras vergraben.

"Der Wähler entscheidet"

Mit der Ruhe ist es jetzt allerdings erst einmal wieder vorbei. In den nächsten beiden Wochen will Leibe noch mal richtig Gas geben, um vor der Stichwahl am 12. Oktober bei den Trierern für sich zu werben.
"Ich habe große Lust, Triers Oberbürgermeister zu werden!", sagt er. Den Willen und die Selbstsicherheit, dem Amt gewachsen zu sein, strahlt der Jurist und Verwaltungsexperte auch irgendwie aus. "Aber auch, wenn ich es nicht schaffe, ist das in Ordnung. Meine Frau und ich haben das Glück, ein gutes Leben zu haben, mit Jobs, die uns beiden gefallen. Entscheidet der Wähler anders, leben wir dieses Leben eben weiter." Zu diesem Leben gehört auch, dass seine Schwiegermutter ihren ganz eigenen Teil zum Gelingen des Tages beigetragen hat: "Sie hat für den Wahlsonntag meinen Lieblingskuchen gebacken: Käsekuchen mit Rosinen." Vielleicht reicht es am heutigen Montagmorgen ja noch für ein gemütliches Kuchenfrühstück - bevor der Wahlkampf weitergeht.