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Zwei Frauen werben um Unterschriften

Sommerau/Trier. Neben Piratin Darja Henseler aus Trier geht nun auch Ute Seelge aus Sommerau als Einzelbewerberin für die Trier-Saarburger Landratswahl an den Start. Beide Bewerberinnen sammeln derzeit die notwendigen Unterstützungsunterschriften. Harald Jansen

Sommerau/Trier. Wer als Kandidat für CDU, SPD oder Grüne ins Rennen um den Trier-Saarburger Landratsposten geht, der hat es gut. Mit einem Votum der im Kreistag vertretenen Partei ausgestattet, kann er sich das sparen, was Darja Henseler und Ute Seelge derzeit leisten müssen: Die Piratin Henseler und die Einzelbewerberin Seelge müssen 230 Unterstützungsunterschriften vorlegen, um zur Wahl zugelassen zu werden.Landratswahl 2013


Als fünfte Bewerberin ums Amt hat nun Ute Seelge ihre Kandidatur öffentlich gemacht. Die 53-Jährige wohnt in Sommerau (VG Ruwer). "70 bis 80 Unterschriften habe ich schon", sagt die gebürtige Triererin, deren Vater einst für die CDU im Stadtrat saß. Doch mit Parteien hat die dreifache Mutter nichts im Sinn. "Politik war schon die meiste Zeit meines Lebens ein Thema, habe ich aber von jeher das Parteienspektakel gemieden." Seelge hat Agrarwissenschaften studiert und später eine Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin absolviert. Heute arbeitet sie als Haushaltshilfe und als Nachtwache in der Trierer Mutter-Kind-Einrichtung Annastift.
Schon bei der bisher letzten Landratswahl vor acht Jahren hatte sie mit dem Gedanken gespielt, anzutreten. Sie verzichtete damals jedoch aus familiären und beruflichen Gründen darauf, "da ich mir durchaus darüber im Klaren bin, was auf mich an Arbeit zukommt."
Als arbeitsintensiv hat es sich auch herausgestellt, die nötigen Unterschriften zu sammeln. Die Resonanz auf ihr Vorhaben reiche von "Endlich mal ein neues Gesicht" bis hin "Du hast ja sowieso keine Chance."
Gerade von den negativen Aussagen will sich die Einzelbewerberin aus Sommerau nicht entmutigen lassen. Denn sie hat ein Ziel: "Es gibt viel zu tun in unserem Landkreis, viele Themen der Zukunftsgestaltung stehen an und ich möchte diese Zukunft auf diesem Weg aktiv mitgestalten."
Gestalten möchte auch Darja Henseler. Sie wird von der Piratenpartei unterstützt (der TV berichtete). Weil die jedoch nicht im Kreistag vertreten ist, muss sie Unterschriften sammeln. Gut 100 der nötigen 230 Unterstützer hat die promovierte Biologin bereits zusammen. Weitere Unterschriften sammelt sie unter anderem in Hermeskeil oder Konz.
Auch sie hat ganz unterschiedliche Reaktionen auf ihre Kandidatur erhalten. Diese reichen von großer Skepsis bis hin zu aufmunternden Worten.
Die 34-jährige Triererin ist derzeit arbeitssuchend, betätigt sich journalistisch und malt Bilder. Henseler möchte sich auch dann weiter politisch engagieren, wenn es mit der Landratskandidatur nicht klappen sollte. Doch so weit ist sie noch lange nicht. "Ich betrachte meine Bewerbung als Herausforderung", sagt die aus Leverkusen stammende Biologin. "Das ist eine gute Gelegenheit, um Erfahrungen zu sammeln."
Extra

Fünf Bewerber gibt es bisher, die Landrat des Kreises Trier-Saarburg werden wollen. Neben Darja Henseler und Ute Seelge sind dies Amtsinhaber Günther Schartz (CDU), Thomas Neises (SPD) und Sabina Quijano (Grüne). Bei der bisher letzten Wahl am 5. Juni 2005 gab es nur zwei Kandidaten. Damals gewann der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Günther Schartz (CDU), gegen Katarina Barley (SPD). Für Schartz votierten 55,4 Prozent, für Barley, 44,6 Prozent. har