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Wegbegleiter Der Nachlass: Testament oder gesetzliche Erbfolge?

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Bei einem Todesfall in der Familie muss auch das Erbe des Verstorbenen geregelt werden. In Zeiten ständig zunehmender Internetaktivitäten sollte man sich auch Gedanken über seinen digitalen Nachlass machen.

Folo: kebox - slock.adobe.com
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Im Rahmen eines Testaments haben Erblasser zu Lebzeiten die Möglichkeit, darüber zu verfügen, welche Personen als Erben eingesetzt werden. Hat ein Erblasser zu Lebzeiten kein Testament aufgesetzt, greift die gesetzliche Erbfolge, die in hierarchischer Ordnung die Ansprüche erbberechtigter Verwandter regelt. Für die Reihenfolge der Erbschaft ist das Verwandtschaftsverhältnis der Erben zum Erblasser entscheidend. Auch wenn enge Verwandte in einem Testament nicht bedacht wurden, steht ihnen in der Regel doch der sogenannte Pflichtteil zu.

In der gesetzlichen Erbfolge an erster Stelle stehen der Ehe- oder Lebenspartner, die Kinder sowie die Enkelkinder des Verstorbenen, falls die Kinder nicht mehr leben. Ebenso verhält es sich mit Neffen und Nichten, die nur dann erben, wenn auch keine Geschwister des Verstorbenen mehr leben. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.

Grundsätzlich können sowohl Aktivvermögen als auch Passiv vermögen vererbt werden. Aktivvermögen sind beispielsweise Bargeld, Sachgüter und Immobilien. Eventuelle Schulden werden als Passiv vermögen bezeichnet. Da Schulden ebenfalls vererbt werden können, empfiehlt sich vor dem Antritt des Erbes eine Prüfung auf Schulden.

Der Erbschein ist ein Dokument, das vom Nachlassgericht ausgestellt wird. Im Erbschein sind die Erben des Nachlasses dokumentiert. Der Erbschein ist von großer Wichtigkeit für die Erledigung von Formalitäten nach dem Todesfall des Erblassers, weil das Dokument die Erben zur Durchführung von Rechtsgeschäften berechtigt, die den Nachlass betreffen.

Der Erbschein muss beim zuständigen Nachlassgericht, bei dem der Verstorbene gemeldet war, beantragt werden. Erst nach der Beantragung kann das Dokument für den Erben ausgestellt werden. Es kann vorkommen, dass der Erbschein wieder entzogen wird. Das ist dann der Fall, wenn nachträglich ein Testament des Verstorbenen gefunden wird, in dem andere Erben eingesetzt sind, sodass die Erbberechtigung im Erbschein hinfällig wird.

Mit dem Tod des Erblassers geht das Erbe automatisch auf die Erben über. Es ist keine ausdrückliche Annahmeerklärung erforderlich. Allerdings können die Erben das Erbe binnen einer Frist von sechs Wochen ab dem Zeitpunkt, an dem sie von der Erbschaft erfahren haben, ausschlagen. Die Ausschlagung erfolgt durch eine Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht - entweder dort zur Niederschrift oder durch eine notarielle Erklärung.

Was geschieht mit dem digitalen Nachlass?

In Zeiten des Internets und der Digitalisierung ist es völlig normal geworden, dass Menschen soziale Netzwerke nutzen, mithilfe von Messenger-Diensten kommunizieren oder bei Onlineshops Waren bestellen. In der Regel müssen dafür Accounts erstellt und Benutzernamen sowie Passwörter hinterlegt werden. Doch was passiert mit den Daten, wenn der Nutzer verstirbt? Hier ein paar Tipps, wie man seinen digitalen Nachlass regelt: Erstellen Sie eine Liste mit allen Accounts und ordnen Sie diesen die entsprechenden Benutzernamen und Passwörter zu. Regeln Sie in der Liste auch, wie mit den einzelnen Accounts umgegangen werden soll, beispielsweise, welche Daten gelöscht werden sollen. Verfügen Sie ebenfalls, was mit den digitalen Geräten und den darauf befindlichen Daten geschehen soll. Verwahren Sie diese Liste an einem sicheren Ort.

Erstellen Sie eine Vollmacht und benennen Sie darin eine Vertrauensperson, die sich um Ihren digitalen Nachlass kümmern soll. Unterzeichnen Sie die Vollmacht mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Wichtig: Fixieren Sie unbedingt schriftlich, dass Ihre Vollmacht„ über den Tod hinaus“ gilt. Übergeben Sie die Vollmacht Ihrer Vertrauensperson. Informieren Sie Ihre Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort Ihrer Accountliste.
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(Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter)

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