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Wegbegleiter Was man über Feuerbestattungen wissen sollte

Foto: Gulnaz - stock.adobe.com

Die Feuerbestattung hat den Vorteil, dass die Urne mit der Asche des Verstorbenen auf viele Arten beigesetzt werden kann - im Grab, unter einem Baum oder im Meer.

Feuerbestattungen gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Bis zum Durchbruch des Christentums im Römischen Reich unter Kaiser Konstantin entwickelten sich die Erd- und die Feuerbestattung parallel. Je nach Region war die eine oder die andere die bestimmende Bestattungsform. Das frühe Christentum verlangte allerdings, ebenso wie das Judentum und später auch der Islam, einen intakten Leib für die Bestattung, um das Weiterleben von Körper und Seele als Einheit auch im Jenseits zu gewährleisten.

Foto: Dirk Walter stock.adobe.com
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Erst im 19. Jahrhundert wurde das Thema in Europa wieder aktuell. Die sich rasch vermehrende Bevölkerung und das Wissen um zahlreiche Krankheitserreger führten zu der Frage, wie man Leichname hygienisch sicher beseitigen kann. So wurde auf der Weltausstellung 1873 zum ersten Mal eine Feuerbestattungsanlage vorgestellt. 1876 eröffnete in Mailand das erste Krematorium und 1878 in Gotha das erste in Deutschland. Die evangelische Kirche hatte schon 1920 ihren Widerstand aufgegeben, die Katholische Kirche erkannte erst 1963 mit dem zweiten vatikanischen Konzil die Feuerbestattung als gleichwertig zur Erdbestattung an.

„Früher waren von zehn Beerdigungen neun Erd- und nur eine Feuerbestattung. Heute hat sich das komplett gedreht“, berichten erfahrene Bestatter. Trotzdem besteht bei vielen Menschen noch Informationsbedarf. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick: Vor der Feuerbestattung muss geprüft werden, ob die Einäscherung dem Wunsch des Verstorbenen entspricht. Wer das zu Lebzeiten festlegen möchte, ist mit einer handgeschriebenen Willenserklärung samt Datum und Unterschrift auf der sicheren Seite. Wenn eine solche Erklärung nicht vorliegt, kann auch der nächste Angehörige versichern, dass die Verbrennung Wunsch des Verstorbenen war.

Das beauftragte Bestattungsinstitut überführt den Leichnam dann, in der Regel in einem Vollholzsarg, zum Krematorium. Dort werden nach Vorgaben des saarländischen Bestattungsgesetzes die Daten des Verstorbenen aufgenommen und gespeichert. Jeder Verstorbene erhält eine eindeutige fortlaufende Registrierungsnummer, mit der zu jedem Zeitpunkt eine Identifizierung möglich ist und Verwechslungen von Särgen ausgeschlossen werden können. Diese Nummer wird im gesamten Prozess mehrfach überprüft und durch einen feuerfesten Schamottstein, der den kompletten Einäscherungsprozess begleitet, auch nochmals bestätigt.

Zusätzlich muss im Krematorium eine gesetzlich vorgeschriebene zweite Leichenschau stattfinden. Hier wird nochmals die Identität des Verstorbenen überprüft und sichergestellt, dass eine natürliche Todesursache vorliegt. Nach dem saarländischen Bestattungsgesetz müssen anschließend die Todesbescheinigung oder Sterbeurkunde, die oben genannte Willenserklärung und eine Bescheinigung über die zweite Leichenschau bei der Ortspolizeibehörde abgegeben werden. Erst wenn diese die Erlaubnis zur Einäscherung erteilt, darf die Feuerbestattung durchgeführt werden.

Der mit Schamottsteinen ausgemauerte Verbrennungsofen wird vor der Sargeinfahrt in der Hauptbrennkammer auf eine Mindesttemperatur von 650 Grad gebracht. Wegen der hohen Temperatur entzündet sich der Sarg nach der Einfahrt direkt von selbst. Der Verbrennungsprozess dauert rund drei Stunden. Es befindet sich immer nur ein Sarg in einer Brennkammer. Eine Vermischung der Asche mehrerer Personen ist so unmöglich. Im Wesentlichen bleiben am Ende nur mineralische Knochenbestandteile und nicht brennbare Metalle übrig.

Nach Beendigung der Verbrennung werden die Aschereste aus dem Ofen entnommen und abgekühlt. Bei einem erwachsenen Menschen bleiben etwa 2,5 bis 4,5 Kilogramm Asche übrig. Es handelt sich hierbei ausschließlich um menschliche Überreste. Die Holzasche des Sarges trennt sich wegen ihres geringeren Gewichts und des schnelleren Verbrennungsprozesses fast vollständig vom Leichnam.

Mithilfe eines Magneten werden nun Grobmetalle und Implantate entfernt. In einer speziellen Anlage wird die noch grobe Asche fein gemahlen und anschließend zusammen mit dem Schamottstein in eine Aschekapsel gefüllt. Die Aschekapsel wird danach versiegelt. Der Deckel ist dabei mit der Einäscherungsnummer, mit dem Namen des Krematoriums und den persönlichen Daten des Verstorbenen versehen.

Nun wird die Aschekapsel im Krematorium aufbewahrt, bis eine Urnenanforderung vom Friedhof vorliegt oder die Urne vom Bestattungsinstitut abgeholt wird. In den meisten Bundesländern wie auch im Saarland dürfen Urnen vom Krematorium nur an Bestattungsinstitute oder Friedhofsverwaltungen übergeben werden. Über Sonderregelungen, insbesondere im Ausland, berät gerne das Bestattungsinstitut Ihrer Wahl.
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(Quelle: Vereinigte Feuerbestattung Saar GmbH)

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