THEMENWOCHE 5: ETWAS ÄNDERN... WENN ES ZU ÄNDERN IST

THEMENWOCHE 5: ETWAS ÄNDERN... WENN ES ZU ÄNDERN IST

Alltag und Gewohnheit – zwei Begriffe, die gerne in einem Atemzug genannt werden. Und das nicht ohne Grund. Schließlich schleichen sich Verhaltensmuster in unser Leben ein, die wir stets wiederholen. Sie bieten Sicherheit und Konstanz. Selbst wenn wir uns dazu entschließen, Dinge zu ändern, greifen wir immer wieder auf alte Muster zurück. Wir scheitern an unserem Vorhaben. In dieser Lektion von Lebe Balance lernen Sie, wie man Gewohnheiten gezielt ändert und seine Veränderungspläne konkret umsetzt.

"Wenn etwas besser werden soll, muss es anders werden", das wusste schon der deutsche Mathematiker und Schriftsteller Christoph Lichtenberg. Menschen drehen sich oft im Kreis, sind in ihrem Verhalten gefangen. Sie greifen immer wieder auf das gleiche Verhaltens-Repertoire zurück, wenn sie im Leben mit bestimmten Herausforderungen konfrontiert werden. Dies ist in den Erfahrungen aus der Vergangenheit begründet. Selbst bei schlechten Tendenzen neigen wir Menschen dazu, gewohnte Verhaltensmuster zu wiederholen. Denn: Bewährtes bietet Vertrautheit, selbst wenn man unzufrieden ist. Gelingt es uns aus den benannten Gründen nicht, aus unseren Gewohnheiten auszubrechen, sind wir frustriert. Der Teufelskreis schließt sich. Nichts wird besser, und nichts wird anders. Daher fügen wir hinzu: "Sofern die Möglichkeit dazu besteht", etwas besser und anders werden zu lassen.

DAS LEBEN NEU AUSRICHTEN
Wenn du auf dem Meer bist, solltest du auf deinen Kompass achten - ohne dabei die Klippen und Untiefen zu übersehen, die es zu umschiffen gilt. Den Kompass haben Sie inzwischen, denn er ergibt sich ja aus Ihren persönlichen Werten. Jetzt kommt es darauf an, diesen Kompass zu benutzen und den Kurs neu auszurichten. Dafür muss man seine automatisierten Verhaltensmuster überprüfen, die Zukunft bewusst planen und sich auch auf mögliche Schwierigkeiten einstellen. Das nennt man Veränderungsarbeit.
Haben Sie Mut zu Veränderungen hin zu einem Leben, das stärker an Ihren Werten orientiert und nach Ihren Mottos ausgerichtet ist - zu einem Leben, in dem Sie mehr Energie, mehr Intensität und mehr Erfülltheit haben.

DER EINFLUSS DER UMGEBUNG AUF UNSER VERHALTEN
Nicht nur man selbst tendiert dazu, sich zu wiederholen - auch die Umgebung erwartet das. Sie fordert einen indirekt dazu auf, falls man unangekündigte Veränderungen ausprobiert:
Beispiel/Geschichte: Herr Müller ist zielstrebig und arbeitet viel zu viel. Er hat sich mittlerweile angeeignet, sein Arbeitspensum deutlich zu erhöhen. Schließlich arbeitet er gerne. Auch sein Chef und seine Kollegen wissen das und halten seine Arbeitsweise für selbstverständlich. Als er das Radfahren als ein erfüllendes Hobby für sich entdeckt, wird sein Arbeitsmuster auf die Probe gestellt. Denn das Training wird vom Wochenende auf zwei Wochentage gelegt. Herr Müller weiß, dass er - obwohl seine reguläre Arbeitszeit dann schon beendet ist - seinen Arbeitsumfang nicht bewältigen kann, wenn er die Arbeit pünktlich verlässt. Er wagt es trotzdem und der Chef hört nach, warum Herr Müller früher von der Arbeit geht als gewohnt. Diese Bemerkung führt dazu, dass Herr Müller keinen Spaß am Training hat. Als er dazu am Ende der Woche sein Arbeitspensum nicht geschafft hat und der Chef ihn erneut darauf anspricht, verlässt er die Radgruppe und arbeitet die Woche darauf alles auf. Nun fühlt er sich seltsam erschöpft und etwas ausgebrannt. Er schafft sein Pensum nicht mehr bis 19 Uhr. Es scheint, als müsste er einige Akten mit nach Hause nehmen - ein Teufelskreis. Das Beispiel ist zwar pointiert, aber viele ausgebrannte Menschen erzählen ähnliche Geschichten. Was würden Sie Herrn Müller raten? Die meisten würden unserem Rat zustimmen: "Wenn Sie in Ihrem Leben etwas ändern wollen, dann sollten Sie es Ihren Mitmenschen mitteilen."

VERÄNDERUNGEN SCHRITT FÜR SCHRITT PLANEN
Wenn Sie Veränderungen erfolgreich umsetzen wollen, müssen Sie diese nach sechs Schritten planen und sich die folgenden Fragen stellen:
Schritt 1: Wo stehe ich gerade? Was sind meine Gewohnheiten? Welches Lebensmotto wird gerade zu wenig gewürdigt?
Schritt 2: Wo will ich hin? Welches Ziel will ich erreichen?
Schritt 3: Welche kleinen Schritte kann ich unternehmen? Gibt es konkrete Handlungen, die ich planen und umsetzen kann?
Schritt 4: Was haben diese Schritte für Folgen? Welche Konsequenzen haben sie für die Umgebung und wie kann ich damit umgehen?
Schritt 5: Welche Stolpersteine liegen auf meinem Weg? Wie will ich damit umgehen?
Schritt 6: Wie kann ich mich dafür belohnen? Legen Sie Ihre Ziele möglichst konkret fest, aber so, dass sie erreichbar sind. Passen Sie diese Ihrem Lebensmotto an und formulieren Sie sie in aktiven Handlungen.

Flexibilität stärken und Regeln lockern

Flexibilität stärkt die psychische Gesundheit. Umgekehrt gilt, dass Menschen, die starre Regeln befolgen und diese fixen Regeln auf verschiedene Anforderungen anzuwenden versuchen, für Depression gefährdet sind. Übung: Tun Sie einmal die Woche etwas, das überhaupt nicht zu Ihnen passt. Zum Beispiel…
- Nehmen Sie das Besteck seitenverkehrt in die Hand.
- Machen Sie jemandem in der Straßenbahn ein Kompliment.
- Probieren Sie eine neue Sportart aus. - Gehen Sie in ein Dunkel-Restaurant.
- Bringen Sie ihren Kollegen Blumen für den Schreibtisch mit.
Haben Sie keine Angst davor, sich zu blamieren. Im Gegenteil: Menschen bevorzugen offene und kreative Menschen.