THEMENWOCHE 7: SOZIALE NETZE UND KOMMUNIKATION

THEMENWOCHE 7: SOZIALE NETZE UND KOMMUNIKATION

Menschen brauchen andere Menschen wie Wasser und Brot. Das ist eine Tatsache. Mit unseren Freunden, der Familie und den Kollegen erleben wir Erfolgserlebnisse, besondere Momente und verbringen gemeinsam den Alltag mit ihnen. Sie spinnen zugleich das soziale Netz, das uns auffängt, wenn es uns schlecht geht. In dieser Woche geht es darum, die sozialen Beziehungen genauer zu betrachten und zu prüfen. Kann man sein eigenes Netzwerk noch optimaler gestalten?

Menschen brauchen ein soziales Netzwerk. Das war schon immer so. Nur in der Gruppe haben wir uns stets sicher gefühlt und konnten funktionieren. Aus der Gruppe ausgestoßen zu werden, war hingegen eine tödliche Bedrohung. Niemand konnte alleine bestehen oder sich fortpflanzen. Dieses Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und Unterstützung, die Sehnsucht nach Anerkennung und Nähe, wurzelt auch heute noch tief in uns Menschen - und auch die Angst und die Unruhe, wenn man befürchtet, wichtige Sozialkontakte zu verlieren. Ohne Beziehungen könnten wir zwar überleben - die Frage ist nur, zu welchem Preis? Erfüllung und Zufriedenheit gründen in sozialen Beziehungen. Und diese sind ein ganz wesentlicher Bestandteil innerer Balance und Stärke.

Die Bedeutung sozialer Beziehungen
In einer groß angelegten Analyse von über 140 Studien an insgesamt 300.000 Patienten hat man herausgefunden, dass die Verbesserung sozialer Beziehungen die wirkungsvollste Maßnahme für ein längeres Leben ist. Eine Vielzahl psychologischer Studien zeigt, dass Menschen mit einem funktionierenden sozialen Netz nicht nur zufriedener sind und mehr Freude am Leben haben: Sie trauen sich auch mehr zu, betrachten Probleme als Herausforderung, überstehen Krisenzeiten besser und leiden seltener unter Ängsten, Burnout oder Depressionen. Dabei ist nicht allein die Anzahl der sozialen Beziehungen entscheidend. Es geht darum, das eigene Netz bewusst wahrzunehmen, seine Freunde, Bekannten und Familie wertzuschätzen und sich als Teil einer sozialen Gruppe zu fühlen. Das stärkt nicht nur die Gesundheit - in der Gruppe gelingt es auch viel leichter, Änderungen im eigenen Leben umzusetzen.

Freundschaften pflegen und verbessern
Freundschaften sind nicht selbstverständlich - auch wenn viele sie dafür halten. Sie müssen gehegt und gepflegt werden. Es genügt nicht, überall und viele Bekannte zu haben. Denn eine bedingungslose Unterstützung, wenn man eine Krise durchstehen muss, gelingt nur mit einer beständigen Freundschaft. Umso wichtiger ist es zu erkennen, wie man Freundschaften optimieren kann. Dabei sollte man sich nicht von äußeren oder inneren Stolpersteinen hindern lassen. Ein Klassiker unter den Stolpersteinen ist die Zeit. Unangenehme Dinge - wie etwa Beziehungsklärungen - werden sehr gerne vertagt. Aber auch ganz normale Treffen werden häufig verschoben. Vieles andere erscheint dringlicher zu sein. Machen Sie sich also immer wieder bewusst, dass Beziehungspflege nicht nur Genuss, Luxus und Freizeit ist - selbst wenn es im besten Fall Spaß macht. Manchmal stehen einem die Gedanken und Gefühle im Weg. In sozialen Beziehungen passiert das besonders gerne, wenn Sie schüchtern sind oder Angst haben, abgelehnt oder ausgelacht zu werden. Sehr viele Menschen haben Angst davor, abgelehnt, ausgelacht oder zurückgewiesen zu werden. Aber viel mehr Menschen, als Sie ahnen, haben auch gelernt, damit umzugehen, Ihren eigenen Gedanken und Gefühlen ein Schnippchen zu schlagen.

Soziale Beziehungen verändern:
soziale Kommunikation
Kommunikation ist etwas ganz Alltägliches. Von morgens bis abends tauschen Sie Informationen aus, schreiben E-Mails, telefonieren, begrüßen die Nachbarn mit einem Winken, lieben und streiten. Ihr Leben ist nicht zusammenhangslos, sondern Sie stehen in einem Austausch mit anderen. Was Sie tun hat Einfluss darauf, was andere tun. Im Gegenzug hat das Verhalten der anderen Einfluss auf Sie.
Für eine gelungene Kommunikation ist es besonders wichtig, dass Sie offen und klar miteinander sprechen und wertschätzend miteinander kommunizieren. Dies bedeutet, Ihrem Gegenüber zu vermitteln, dass Sie dessen subjektive Sichtweise der Dinge nachvollziehen und verstehen können. Sie erklären seine persönliche Sichtweise damit für "gültig", auch wenn Sie nicht derselben Meinung sind. Auf dieser Basis kann wertschätzend miteinander kommuniziert werden und soziale Beziehungen können verändert und verbessert werden.

Alle Artikel zu unserer Themenserie "Lebe Balance" finden Sie online unter volksfreund.de/pr/aok

Das Prinzip desRotierenden Ungenügens

Eigentlich ein Schummel-Prinzip für die chronisch Überlasteten unter Ihnen: Wenn Sie chronisch überfordert sind und es partout nicht schaffen, Ihre Interessen alle unter einen Hut zu bringen, so sollten Sie dafür sorgen, dass Sie Ihre Umgebung jeweils nicht allzu lange und allzu heftig enttäuschen. Gehen Sie also davon aus, dass Sie nie genügend Zeit für alle haben, aber sorgen Sie dafür, dass Sie Ihr Ungenügen "rotieren". Soll heißen: Wenn Sie eine Zeit lang sehr viel Energie in die Arbeit gesteckt haben und Ihre Freunde darunter gelitten haben, die Familie aber genügend bekommen hat, so sollten Sie nun die Energie aus Ihrer Arbeit abziehen und Ihren Freunden widmen. Darunter wird die Arbeit etwas leiden, aber Sie können nach geraumer Zeit etwas Energie aus der Familie abziehen und diese in die Arbeit stecken, bis Sie wieder Zeit von Ihren Freunden abziehen.