Thief

Auf leisen Sohlen: Wenn Garrett etwas will, dann bekommt er es auch – sein Ruf als Meisterdieb eilt ihm nicht umsonst voraus. In einer düsteren Stadt muss er die Bevölkerung von einer dunklen Bedrohung befreien – und erleichtert jeden auf seinem Weg um unnötigen Ballast … Ein spannendes Schleichabenteuer erwartet den Spieler.

Lang, lang ist's her: Bereits 1998 ging Garrett als Meisterdieb zum ersten Mal am PC auf Beutezug. Im Jahr 2000 folgte sein zweites und 2004 dann letztlich sein drittes Abenteuer - danach wurde es für ein Jahrzehnt still um den sarkastischen Antihelden. Nun traut sich Garrett wieder aus den Schatten heraus, um erneut die Taschen und Häuser seiner Opfer zu leeren. Da der vierte Teil der Reihe jedoch keine Fortsetzung, sondern im Grunde genommen ein Reboot der Marke ist, lautet der Titel des Spiels auch schlicht "Thief" - und bietet damit selbst Neulingen einen idealen Einstieg, ohne das Wissen über seine Hintergrundgeschichte vorauszusetzen.

Die gesamte Handlung rund um die Taten des schleichenden Langfingers ist in einer fiktiven Version des 16. oder 17. Jahrhunderts angelegt - mit einer leichten Prise Steampunk, die sehr entfernt an Titel wie "Dishonored" erinnert. Mittelpunkt des Geschehens ist "die Stadt" - so schlicht lautet der Name des Ortes. Dorthin verschlägt es Langfinger, nachdem er Teile seines Gedächtnisses verloren hat. Im Laufe der Story bekommt der Spieler langsam Klarheit darüber, was mit Garrett geschehen ist.

Spielerisch setzt "Thief" auf alte Stärken: Das Schleichen und Auskundschaften von Orten und Personen steht an der Tagesordnung. Da der Meisterdieb nicht auf übersinnliche Fähigkeiten zurückgreifen kann, sollte er sich also tunlichst überlegen, wie er vorgeht, ohne entdeckt zu werden. Glücklicherweise ist Garrett flink und agil wie eine Katze, was ihn in Windeseile Wände hochklettern lässt oder ihm hilft, unbemerkt an Wachen vorbeizuschleichen. Mithilfe einer stattlichen Auswahl an verschiedenen Pfeilen - vom Wasserpfeil bis hin zum Seilpfeil ist alles vorhanden - sorgt er zudem für Ablenkungsmanöver oder schafft Bedrohungen aus dem Weg.

Geschickte Zocker arbeiten sich jedoch bis zum finalen Abspann durch, ohne auch nur eine Person im Spiel getötet zu haben - eine sehr lohnende Erfahrung, wie es bereits bei "Deus Ex" der Fall war. Um die Aktionen des trickreichen Räubers zu unterstreichen, greifen die Entwickler auf ein besonderes Mittel zurück: ähnlich wie bei "Mirror's Edge" erlebt der Spieler das Geschehen aus der Ego-Perspektive, was für eine ordentliche Portion Atmosphäre sorgt. Wenn Garretts Hände durchs Sichtfeld wanken oder beim Blick nach unten die leisen Sohlen Schritt für Schritt vorsichtig übers Parkett schleichen, ist die Illusion des Meisterdiebs perfekt.

Genre: Schleichabenteuer, Action
Für: Xbox One, Xbox 360, PS4, PS3, PC // Entwickler: Eidos Montreal
Publisher: Square Enix // Spieler: 1 // Online: nein // USK: ab 16 Jahren
www.thiefgame.com/de