Unfalltod einer Taxifahrerin vor Gericht

Unfalltod einer Taxifahrerin vor Gericht

Bei Graach (Kreis Bernkastel-Wittlich) rast an Karneval ein Geländewagen in ein auf Fahrgäste wartendes Taxi. Die Fahrerin stirbt. Am Freitag, 10. Oktober, beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Unfallfahrer.

Der gerammte Wagen schleuderte zuerst gegen ein geparktes Auto, dann auf die andere Fahrbahnseite, wo er nach 40 Metern zerstört in der Böschung liegen blieb. Die 59 Jahre alte Taxifahrerin kam ums Leben. Der 38 Jahre alte Unfallverursacher blieb unverletzt (der TV berichtete). Er muss sich am Freitag, 10. Oktober, ab 9 Uhr vor dem Amtsgericht Bernkastel-Kues verantworten.
Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf fahrlässige Tötung und vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung. Nach Angaben von Richter Oliver Emmer tritt der Ehemann der Taxifahrerin als Nebenkläger auf.
Mehrere Zeugen werden gehört, darunter eine weitere Taxifahrerin und ein Polizist. Direkte Beobachter des Geschehens gibt es offenbar nicht. Geladen ist auch ein Sachverständiger. Bei seinen Ausführungen dürfte es unter anderem um die Aufprallgeschwindigkeit gehen.
Zum Hintergrund: Wegen des Graacher Nachtumzuges waren die innerörtlichen Straßen damals gesperrt. Viele Autos parkten auf der Standspur der B 53. Die Geschwindigkeit war deshalb auf 30 Stundenkilometer beschränkt. "Laut Gutachten war der Unfallverursacher mit 90 Stundenkilometern unterwegs", sagt Richter Emmer. Außerdem habe er unter Alkoholeinwirkung gestanden.