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Mainz
Video-Wahnsinn, nächster Teil

Schiedsrichter Guido Winkmann, hier im Dialog mit den Freiburgern Christian Günter Nils Petersen und Manuel Gulde (von links) hat Bundesliga-Geschichte geschrieben.
Schiedsrichter Guido Winkmann, hier im Dialog mit den Freiburgern Christian Günter Nils Petersen und Manuel Gulde (von links) hat Bundesliga-Geschichte geschrieben. FOTO: Arne Dedert / dpa
Mainz. Fußball: Ein Elfer zur Pausen-Banane hat für ein Novum in der Bundesliga gesorgt.

Freiburgs Trainer Christian Streich verpasste sich nach dem Video-Wahnsinn von Mainz aus Selbstschutz einen Maulkorb, seine Spieler ließen ihrem Frust über einen der kuriosesten Elfmeter der Bundesliga-Historie beim 0:2 im Keller-Duell dagegen freien Lauf. „Es war abgepfiffen! Ich habe so etwas noch nie erlebt, so etwas gab es noch nicht in der Geschichte des Fußballs. Bei so einem Spiel sowas zu machen, das ist reiner Wahnsinn“, ereiferte sich SC-Verteidiger Manuel Gulde über den von Schiedsrichter Guido Winkmann in der Halbzeitpause verhängten Handelfmeter für die Mainzer.

Auch DFB-Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich war über das Novum nicht gerade begeistert. „Das sind Szenen, die eigentlich keiner haben will. Vom Ablauf her ist das keine Werbung, aber es war in diesem Fall tatsächlich nicht anders möglich“, sagte Fröhlich.

Das sahen die Freiburger ganz anders. „Ich habe schon eine Banane gegessen und wollte gerade auf Toilette gehen, als es hieß, wir müssen wieder raus auf das Spielfeld“, beschrieb Freiburgs konsternierter Torjäger Nils Petersen die bizarre Szene. Und Mittelfeldspieler Julian Schuster klagte: „Das war für den Kopf nicht einfach. Alle waren überrascht. Danach hat uns die Struktur gefehlt. Es ist verrückt, einfach unglaublich.“ Ein Protest gegen die Wertung des Spiels war beim SC zunächst aber kein Thema.

Erst nach dem Pausenpfiff war Referee Winkmann von Video-Assistentin Bibiana Steinhaus darüber informiert worden, dass es beim letzten Mainzer Angriff im ersten Durchgang ein Handspiel von Freiburgs Abwehrspieler Marc-Oliver Kempf im eigenen Strafraum gegeben hatte. Nach Ansicht der Bilder entschied er auf Elfmeter und beorderte deshalb die Freiburger Spieler aus der Kabine zurück auf das Spielfeld. „Das Spiel war nur unterbrochen“, begründete Winkmann seine Entscheidung.

„Natürlich ist das ungewöhnlich, das hat es wohl noch nie gegeben“, räumte er ein und ergänzte: „Wenn ich der betroffene Verein bin, wäre ich natürlich auch nicht davon begeistert. Aber es gibt in der heutigen Zeit eben den Videoschiedsrichter, der auch diesmal wieder zu Gerechtigkeit geführt hat, weil ich im Spiel keine Chance hatte, dieses Handspiel zu erkennen.“

Pablo De Blasis verwandelte den fälligen Strafstoß in der siebten Minute der Nachspielzeit eiskalt und legte gegen geschockte Freiburger elf Minuten vor Schluss nach einem katastrophalen Patzer von SC-Keeper Alexander Schwolow zum 2:0 nach.

Freiburgs Coach Streich verkniff sich zum Aufreger des Spiels jegliche Bewertung. „Ich beschreibe meine Gefühle nicht. Ich habe mir vorgenommen, ich lasse diese Dinge jetzt einfach über mich ergehen und thematisiere das nicht. Sollen sie einfach machen, was sie wollen.“