Ruhpolding: Vier gewinnt – nicht ganz

Ruhpolding : Vier gewinnt – nicht ganz

Mit dem ersten Staffelsieg der deutschen Biathleten in Ruhpolding wurde es zwar nichts, doch das Quartett erkämpfte sich einen zweiten Platz. Auch die Frauen um Laura Dahlmeier wollen am heutigen Samstag auf das Podest.

Die deutschen Biathleten sind beim Heim-Weltcup in Ruhpolding mit der Staffel auf Platz zwei gelaufen. Das Quartett musste sich am Freitag in der Premieren-Besetzung Roman Rees, Johannes Kühn, Arnd Peiffer und Benedikt Doll nach langem Kampf nur Norwegen geschlagen geben. Nach insgesamt sechs Nachladern betrug der Rückstand auf die überlegenen Skandinavier nach 4 x 7,5 Kilometern 13,5 Sekunden. Fast hätte es zum ersten deutschen Staffelsieg in Ruhpolding seit 13 Jahren gereicht. 2006 hatte es dort den bislang letzten Erfolg gegeben. Platz drei ging an Frankreich.

Mit dem zweiten Staffel-Podestplatz der Saison rehabilitierten sich die Skijäger des Deutschen Ski-Verbands für den enttäuschenden achten Platz in der Vorwoche in Oberhof. „Heute war es sehr wichtig, dass wir so geschlossen eine gute Leistung gezeigt haben“, sagte Benedikt Doll, der auf der Schlussrunde keine Chance gegen Norwegens Überflieger Johannes Thingnes Bö hatte: „Da bin ich einfach zu langsam, das muss ich so akzeptieren.“ Beide gingen zeitgleich vom Schießstand weg, Bö zog jedoch schnell fast spielerisch davon.

Startläufer Rees traf alle zehn Schüsse und übergab an Position sechs auf Kühn. Der 27-Jährige verlor nach insgesamt vier Nachladern jedoch auf die Spitze und vermied im Stehendschießen nur knapp den Gang in die Strafrunde.

Rees und Kühn erhielten vor heimischem Publikum vor allem deswegen eine Chance, weil die Stammkräfte Simon Schempp und Erik Lesser fehlten.

Während der formschwache Massenstart-Weltmeister Schempp derzeit eine Wettkampfpause einlegt und trainiert, verzichtet Lesser nach der Geburt seiner ersten Tochter auf die Rennen.

Sprint-Olympiasieger Peiffer benötigte gar keine Extraschüsse und brachte die deutschen Skijäger wieder auf Platz drei. Schlussläufer und Sprint-Weltmeister Doll ging lediglich 0,9 Sekunden hinter dem führenden Bö auf die Strecke, konnte ihn aber nicht mehr überholen.

Die deutschen Frauen peilen am heutigen Samstag in der Besetzung Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Franziska Preuß und Denise Herrmann ebenfalls einen Podestplatz an. Für Rückkehrerin Dahlmeier ist es nach Platz neun im Sprint der erste Staffeleinsatz der Saison und ihr erst viertes Weltcup-Rennen insgesamt.

Die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier, die nach einer Zwangspause wegen eines geschwächten Immunsystems erst im November mit moderatem Training begann, hatte vor Weihnachten in Nove Mesto mit Platz zwei im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung ein fulminantes Comeback erlebt. Über den Jahreswechsel warf sie eine Grippe dann jedoch erneut zurück. Sie ist optimistisch, wieder ganz die Alte zu werden: „Es ist kein leichter Weg. Aber ich glaube, dass es funktioniert.“