Wallabys: schlafen, fressen, neugierig sein

Wallabys: schlafen, fressen, neugierig sein

In einem Freilandgehege bei Farschweiler im Hochwald hält Claudia Patzschke vier Wallabys. Das sind kleinere Verwandte der großen Kängurus. Eines der Tiere hat im Moment wieder ein Baby in seinem Beutel.

Eigentlich ist es schon geboren, aber sehen kann man den Nachwuchs noch nicht. Klammheimlich ist das junge Wallaby nach der Geburt über das Fell seiner Mama in deren Beutel geklettert und hat sich dort an einer Zitze festgesaugt. Das ist wichtig, damit sich das Baby fertig entwickeln kann. Denn im Moment ist es nur so groß wie eine Kaffeebohne. Sein Körper ist noch nackt, und die Hinterbeine sind noch ganz kurz. Ganze neun Monate wird es jetzt noch dauern, bevor es zum ersten Mal aus dem Beutel seiner Mama herausschaut. Drei bis vier weitere Monate vergehen, bis es mit den anderen Kängurus im Gehege herumhüpfen wird.Die Wallabys leben in einem Gehege bei der Grillhütte in Farschweiler. Claudia Patzschke wirft den etwa ein Meter großen Tieren Möhren und frischen Kopfsalat zu. Dabei kann man schön beobachten, wie die Wallabys ihre kurzen Vorderfüße, an denen sie jeweils fünf lange Krallen haben, als Hände benutzen und genüsslich von den Möhrchen abbeißen.Einmal sind die Minihüpfer mit dem neugierigen Blick aus ihrem Gehege ausgebüxt. „Da hat jemand absichtlich den Zaun kaputt gemacht und die Tiere rausgescheucht“, sagt Claudia Patzschke, „sonst wären die niemals weggelaufen“. Da die Wallabys nicht auf das Zurufen ihres Namens, wohl aber auf Pfeifen reagieren, waren Mama- und Papa-Känguru sowie eins der beiden Jungtiere schnell wieder gefunden. Nur das Kleinste war so verwirrt, dass es vom Tierarzt mit einer Spritze betäubt werden musste, um es einfangen zu können.Mit dem kalten Winter hatten die Mini-Hüpfer übrigens kein Problem. „Sie können Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius problemlos aushalten. In der Zeit haben unsere Wallabys viel miteinander gekuschelt.“ Anja FaitExtra: AustralienHöher, schneller, weiter: Kängurus sind die Sprung-Stars im Tierreich. Wer sie in freier Wildbahn sehen will, muss ins Flugzeug steigen. Denn Kängurus gibt es nur im fernen Australien. 26 Stunden dauert der Flug dorthin. Australien ist so groß, dass Deutschland über zweiundzwanzigmal hineinpassen würde. Es leben aber nur wenige Menschen dort.Das liegt unter anderem am riesigen Outback (gesprochen Aut-beck) in der Mitte Australiens, der kaum bewohnt ist. In dieser Gegend ist es sehr warm, und man findet viele exotische Tiere wie Koalas, Wombats, Emus, große Kängurus – und Wallabys. Wagt man sich tiefer in den Outback hinein, erblickt man einen großen Berg in dem sonst flachen Australien, den Ayers Rock.In der Sprache der Ureinwohner, der Aborigines, heißt der Ayers Rock Uluru. Er ist den Aborigines (gesprochen Äbori-jiniess), den Ureinwohnern Australiens, heilig.Bekannt sind die Ureinwohner durch ihre besondere Höhlenmalerei und ihr eigenes Musikinstrument, den Didgeridoo (gesprochen didjäridu). Das ist ein hölzernes Rohr, in das die Aborigines hineinpusten und damit tiefe Töne erzeugen. Aber nicht nur im Wasser, sondern auch auf dem Land zeigt sich Australien von seiner vielfältigen Seite: Es gibt bis zu 20 000 verschiedene Pflanzenarten. anf