"Warum gibt es keine Windräder in Trier?"

"Warum gibt es keine Windräder in Trier?"

Premiere im TV-Medienprojekt KLASSE!: Erstmals wurde eine Pressekonferenz nur für Schüler organisiert. Stadtwerke-Vorstand Olaf Hornfeck und Bereichsleiter Rudolf Schöller stellten sich gestern den Fragen der Nachwuchs-Journalisten. Themen waren regenerative Energien und Klimaschutz.

Trier. Olaf Hornfeck ist kritische Fragen gewöhnt. Als Vorstand der Stadtwerke Trier muss er sich häufiger mit Journalisten auseinandersetzen. Aber gestern war selbst er manchmal baff. Rund 30 Schüler waren der Einladung des TV-KLASSE!-Projekts zur ersten Schüler-Pressekonferenz gefolgt - und alle waren bestens vorbereitet auf die Themen Klimaschutz und regenerative Energien. Da musste Hornfeck schon einmal länger nachdenken. "Da war richtig viel Fachwissen vorhanden", lobte der SWT-Boss die Schüler. In einer Präsentation hatte er zuvor den Schülern das Engagement der SWT für den Klimaschutz vor Augen geführt - ebenfalls eine Premiere. Denn die Broschüre wird den "richtigen" Journalisten erst in einigen Wochen vorgestellt. Photovoltaik, Biogas, Blockheizkraftwerke oder Strom aus Wasserkraft - Horn feck nannte viele Beispiele für das Engagement seines Hauses. Nicht genug, wie einige Schüler fanden. "Warum unterstützen die Stadtwerke nicht Energiesparer, die weniger Strom als der Durchschnitt verbrauchen?", war eine Frage. "Wenn wir den einen fördern, müssen wir etwas für andere verteuern, denn die Instandhaltungskosten bleiben gleich - und trotz aller Anstrengungen für den Klimaschutz müssen wir auch wirtschaftlich arbeiten", antwortete Horn-feck. Der Strompreis war eines der Hauptthemen: "Warum wird Strom aus erneuerbaren Energien nicht günstiger angeboten?", wollte ein Schüler wissen. "Wir verbessern unsere Technik, um Kosten zu senken, zudem setzen wir auf größere Anlagen, um zum Beispiel mehr Strom aus Wasserkraft zu gewinnen. Wenn der Strompreis weiter so steigt, rechnen sich künftig auch Windkraftanlagen deutlich besser." "Warum fahren Stadtbusse nicht mit Erdgas?"

Und da hakte Michelle Weber, Drittklässlerin von der Ausonius-Grundschule, gleich nach: "Warum gibt es in Trier dann keine Windräder?" Eine Frage, auf die Horn feck eine Antwort parat hatte: "Der Stadtrat will mehr regenerative Energien, aber man will keine Windräder in Trier." Der SWT-Boss zeigte dann auch an anderen Beispielen - wie Biogas- oder Photovoltaik-Anlagen - das Dilemma: "Jeder will günstige, saubere Energie, aber niemand will ein Windrad vor seiner Haustür haben. Wir würden gerne viel mehr Projekte ans Netz nehmen, aber es gibt Proteste." Bereichsleiter Rudolf Schöller erläuterte dann sehr plastisch die Funktion von Blockheizkraftwerken und Solarzellen - zum Beispiel, dass Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme gleich vor Ort erzeugen, eine deutlich höhere Effizienz hätten als Kohlekraftwerke. Aber - wie zuvor auch Hornfeck - betonte er: "Es kommt auf den Strom-Mix an." Die Fragen gingen weit über die reine Energie-Erzeugung und Gewinnung hinaus: "Warum gibt es keine Stadtbusse, die mit Erdgas betrieben werden?" Hornfeck: "Unsere neueste Busgeneration hat denselben Schadstoff-Ausstoß wie Erdgas-Busse." "Fördern die SWT Häuslebauer, die eine Solaranlage auf dem Dach installieren?" Hornfeck: "Wenn sie das zusammen mit einer Gastherme machen, ja." Nach zwei Stunden waren alle Fragen beantwortet. "Ich habe viel gelernt", sagte Drittklässlerin Michelle Weber. Lehrerin Julienne Willinger-Rass, die mit ihrer 9. Klasse vom MPG an der Konferenz teilgenommen hatte, meinte: "Es ist toll, dass den Schülern diese Chance gegeben wurde."