Was TV-Leser von Sanierungsexperten wissen wollen

Bauen & Wohnen : Alle unter einem Dach: So gelingt das

Die eigenen Wohnung oder das Haus braucht eine Auffrischung? Viele TV-Leser stehen vor dieser Herausforderung. Bei der TV-Telefonaktion haben nun Experten mit Tipps geholfen.

Nachgefragt: Experten beantworten viele Leserfragen am TV-Telefon zum Thema „Um- und Ausbau“.

Wir möchten den Dachboden für das Homeoffice ausbauen. Brauchen wir dafür eine Genehmigung? Herbert Hofer, Diplom-Ingenieur und Architekt der Architektenkammer Rheinland-Pfalz: Wahrscheinlich handelt es sich um eine Nutzungsänderung. Liegt Ihr Objekt in einem Gebiet mit Bebauungsplan, ist die Umwandlung zu Wohnraum wahrscheinlich genehmigungsfrei, anderenfalls wird geprüft. Vor Planungsbeginn sollten Sie sich daher mit dem örtlichen Bauamt oder einem Architekten in Verbindung setzen.

Wir planen unterm Dach ein Büro. Sollten wir den Dachbodenbereich zusätzlich dämmen?
Hofer: Die Wärmeverluste und damit der Ressourcenverbrauch über eine nicht gedämmte oberste Geschoßdecke oder den Dachraum sind erheblich. Bestandsbauten werden nach neuem Gebäudeenergiegesetz (GEG) gesondert betrachtet und sollen wegen des Klimawandels ressourcenschonend und gut gedämmt ausgeführt werden. Der Umfang sollte im Einzelfall durch einen Energieberater geprüft werden. Eine Dämmung verbessert auch den Schutz vor Hitze im Sommer. Je nach Sonneneinstrahlung sollten Sie auch über eine zusätzliche Kühlung und Belüftung der Räume nachdenken.

Unsere Bausparkasse hat uns einen Modernisierungskredit für den Umbau unseres Dachbodens angeboten. Was ist das genau?
Tommy Malburg, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen: Modernisierungskredite sind Bankkredite, die dazu dienen, dass man die eigene Immobilie renovieren, sanieren oder umbauen kann. Sie entsprechen im Prinzip Ratenkrediten, sind aber zweckgebunden. Im Gegensatz zum Hypothekenkredit muss ein Modernisierungskredit nicht per Grundbuch abgesichert werden.

Wir brauchen rund 15000 Euro für den Ausbau unseres Kellers. Wie können wir das finanzieren?
Malburg: Für kleinere Maßnahmen eignet sich ein Kleindarlehen der Bausparkasse, das auch ohne Grundbucheintrag erhältlich ist.

Wir erwarten Nachwuchs und möchten den Spitzboden zu einem Büro umbauen, und darin ein weiteres Kinderzimmer integrieren. Mit welchen Kosten müssen wir rechnen?
Malburg: Je nachdem, wie viel Sie umbauen möchten und welches Material Sie etwa für Fenster oder den Fußboden verwenden, können die Kosten erheblich variieren. Pro Quadratmeter Ausbaufläche sollte man mit 500 bis 1000 Euro rechnen. Beachten Sie aber bitte, dass eine Trennung von Privat- und Arbeitsbereich zwingend ist, um etwa eine staatliche Förderung und Steuervorteile erhalten zu können.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich keine Treppen mehr steigen kann?
Robin Ziebold, Diplom-Ingenieur und Bauunternehmer: Zum einen gibt es Treppenlifte mit Sitz, die schnell und relativ einfach auf den Treppenstufen zu installieren sind. Für ein Mehrgenerationenhaus ist ein vertikaler Aufzug die bessere, aber auch teurere Lösung. Entfallen aus bestimmten Gründen technische Aufstiegshilfen, empfiehlt sich die Verlegung Ihres Wohnteils ins Parterregeschoss. Meine Eltern bewohnen das Obergeschoss.

Was kostet eine altersgerechte Sanierung?

Malburg: Dies kann man nicht pauschal beantworten. Wird zum Beispiel nur das Bad umgebaut, dann können Sie mit einem vierstelligen Betrag rechnen. Ziehen Sie umfassendere Maßnahmen in Betracht, die auch Küche, Treppe, Zugang und eine elektronische Hausvernetzung betreffen, so können Sie mindestens von einem mittleren fünfstelligen Betrag ausgehen. Ein Finanzierungsexperte hilft dabei, mit Ihnen zusammen rechtzeitig den für Sie passenden Rahmen abzustecken.

Was ist bei einer Küche zu beachten?

Hofer: Die Einrichtungen und Arbeitsbereiche in Küchen sollten zusammenhängend angeordnet sein, damit lange Wege erspart werden. Bei größeren Küchen empfiehlt sich eine Anordnung in U-Form. Für eine einzeilige Anordnung eignen sich dagegen zumeist nur Kleinküchen. Wichtig ist auch, dass die Arbeitsbereiche entweder im Sitzen benutzt oder mit dem Rollstuhl unterfahren werden können. Dies gilt vor allem für Spüle und Herd.

Wir denken darüber nach, unser Einfamilienhaus barrierefrei zu sanieren. Uns ist eine Wohnberatung empfohlen worden.
Hofer: Grundsätzlich ist es gut, wenn man sich von einem Profi beraten lässt. Die Wohnberatung soll sicherstellen, dass Sie auch in Zukunft selbständig Ihren Haushalt führen und sich selbst versorgen können.

Der Wohnberater analysiert mit Ihnen die momentane Wohnsituation, auch unter Berücksichtigung der vorherrschenden Infrastruktur in Ihrer Wohnumgebung. Er berät Sie bei den Anpassungsmaßnahmen, zu Finanzierungsmöglichkeiten und betreut auf Wunsch auch die Umbaumaßnahmen.