Wein-Mekka im Norden

Wein-Mekka im Norden

TRIER. (red) Das Herbsttreffen der Weinbruderschaft Augusta Treverorum wurde im Raum Bremen veranstaltet. Keiner der 36 Teilnehmer sollte es bereuen, denn auch dort steht der Wein hoch im Kurs.

Auftakt war eine Werksbesichtigung bei DaimlerChrysler. Dem schloss sich die Bekanntschaft einer neuen Art des Weinverkaufs an, eine virtuelle Weinprobe. Einhellig war man der Meinung, dass diese Art von Weinverkauf den Besuch beim Winzer nie ersetzen kann, aber bei Interesse an internationalen Weinen dies wohl die Zukunft des Verkaufs sein wird. Der frühe Abend war einer Hafenrundfahrt in Bremerhaven vorbehalten. Erstaunlich war, dass der mit deutlich erkennbarem norddeutschem Dialekt sprechende Begleiter, Kapitänleutnant a. D. Ebartz, ein Kind der Mosel und auch Weinbruder des Weinkonvents "Zur Rose" in Bremen ist. Beim Stadtrundgang in Bremen wurde deutlich, wie nahtlos sich moderne Kunst in die Vergangenheit einfügen kann. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch im Künstlerdorf Worpswede. Was wäre ein Besuch in Bremen, wäre man nicht im weltberühmten Bremer Ratskeller gewesen? Dort wacht Kellermeister Karl-Josef Krötz, ein Mosellaner, über 650 verschiedene und ausnahmslos deutsche Weine. Beim Gang durch die Keller zeigte es sich, dass Bremen nicht nur eine lange Weinhandelstradition hat, sondern dass die Bremer auch Weingenießer sind. Apropos Weingenießer, eine Weinprobe, vorgestellt von Kellermeister Krötz gehörte natürlich ebenso zum Programm, wie ein Besuch im "Heiligtum" des Bremer Ratskeller dem "Rosekeller". Dort werden Weine gelagert, die das Herz eines jeden Weinfreundes höher schlagen lassen, so ein 1727er Rüdesheimer Apostelwein. Im Schein unzähliger Kerzen widmete man sich einem vergleichsweise jungen Wein, einem 1990er Erdener Treppchen, Riesling Auslese vom Weingut Stephan Ehlen, Lösnich. Weinbruder Prof. Dr. Klaft, Mitglied im Weinkonvent zur Rose, schloss mit launigen Worten als Kunsthistoriker den Bogen vom Mittelalter zur Neuzeit. Im so genannten Hauffsaal zeigte sich, dass die Küche dem Wein nicht nachsteht.