Weit weg von Zuhause – aber nicht alleine

Weit weg von Zuhause – aber nicht alleine

Während die meisten von euch nach der Schule nach Hause gehen, haben andere diese Möglichkeit nicht. Lucky-Reporter Uwe Hentschel hat das Internat des Neuerburger Gymnasiums besucht, wo Schüler aus der ganzen Welt leben.

Arnold kommt aus Togo, Anansap aus Thailand, Krzysztof aus Polen, Alifarahi aus Afghanistan, Mahmutcan aus der Türkei und Ayad aus dem Irak. Alle sechs sitzen in einem kleinen Raum und lernen Deutsch. Diese Sprache ist wichtig für die Jungs. Denn zum einen haben sie damit die Möglichkeit, sich miteinander zu unterhalten, zum anderen benötigen sie die deutsche Sprache für den Unterricht. Die sechs sind nämlich Schüler des Eifel-Gymnasiums in Neuerburg.

Natürlich fahren Sie nicht jeden Morgen mit dem Bus von Thailand oder Togo nach Neuerburg. Ebenso wenig Chen, Ane und Elisabeth, die aus China, Portugal und Kenia stammen. Sie alle leben im Neuerburger Internat.

Genau genommen sind es zwei Internate: Eins für Mädchen mit 120 Plätzen und eins für Jungs mit 80 Plätzen. Das Besondere an diesen Internaten ist, dass dort mehr als 20 Nationen vertreten sind. Und auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Ecken mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Religionen stammen, so klappt das Zusammenleben recht gut.

Die meisten Internatsschüler wohnen zu zweit, zu dritt oder zu viert auf einem Zimmer. Sie stehen morgens gemeinsam auf, machen sich gemeinsam für die Schule fertig und frühstücken auch gemeinsam. Und zwar in dem großen Speisesaal, der in dem Verbindungsbau zwischen den beiden Internaten liegt und in dem Jungs und Mädchen gemeinsam essen. Das ist fast so wie in einem Ferienlager, nur dass es eben keine Ferien sind, sondern Schulalltag.

Und auch wenn es einige von ihnen vielleicht genießen, ohne die nörgelnden Eltern zu leben, so vermissen viele ihre Familie. So wie zum Beispiel Alifarahi aus Afghanistan. Der 16-Jährige ist ohne Eltern nach Deutschland gekommen. Er ist aus seiner Heimat geflüchtet, weil er sich in Deutschland ein besseres Leben erhofft. "Die Familie fehlt mir sehr", sagt Alifarahi, der das Wochenende über bei einer deutschen Gastfamilie lebt. Uwe Hentschel

Am Wochenende zur Familie

Die Schüler können freitags nach der Schule nach Hause, und alle zwei Wochen ist das Internat am Wochenende auch komplett geschlossen. Die meisten sind dann bei ihrer Familie. So leben im Internat auch viele Schüler aus Deutschland.

Diejenigen, deren Familien aber nach wie vor in Afrika, Asien oder auch Amerika leben, sind dann bei Verwandten, Bekannten oder Gastfamilien untergebracht. Ihr seht also, dass manche ganz schön viel auf sich nehmen, "nur" um eine Schule zu besuchen.

uhe