Weitere Wege für Morbacher Arbeitslose

Weitere Wege für Morbacher Arbeitslose

Morbacher oder Thalfanger, die sich arbeitslos melden wollen, müssen sich ab sofort nach Bernkastel-Kues wenden. Ein Großteil der Tätigkeit der Morbacher Geschäftsstelle der Arbeitsagentur wird künftig verlagert. Die Hartz-IV-Empfänger werden weiter vor Ort betreut.

Morbach/Hermeskeil. Die Agentur für Arbeit im Hunsrück wird umstrukturiert. Ihre Dienststelle in Morbach ist bereits weitgehend nach Bernkastel-Kues verlagert worden. Vier Mitarbeiter haben in Kues neue Büros bezogen. Allerdings bleiben in Morbach der Berufs- und der Reha-Berater, die nur tageweise vor Ort sind. Schüler und Schwerbehinderte werden auch weiterhin von Morbach aus betreut. Im Eingangsbereich können die Besucher sich weiter an Rechnern über offene Stellen informieren. Die Arge, eine Arbeitsgemeinschaft der Bundesagentur für Arbeit und des Landkreises Bernkastel-Wittlich, die für die Hartz-IV-Empfänger zuständig ist, bleibt ebenfalls vor Ort. Der Grund für den Umzug ist grundsätzlich erfreulich. Denn durch die verhältnismäßig niedrige Arbeitslosenzahl - im Februar waren es 4,7 Prozent - seien die Fallzahlen zu gering, erklärt der Pressesprecher der Agentur für Arbeit, Thomas Mares. Ein Morbacher oder Thalfanger, der sich arbeitslos melden will, muss dies ab sofort in Bernkastel-Kues tun. Allerdings sei das inzwischen auch auf der Internet-Seite des Arbeitsamtes möglich. Der Geschäftsstellenbezirk umfasst die Einheitsgemeinde Morbach und die Verbandsgemeinde Thalfang. Wenn ein wichtiger Grund vorliegt, sei nach wie vor ein Beratungsgespräch in Morbach möglich.

Der Umzug ist bereits vollzogen. Die Arbeitsagentur habe die Entscheidung "nicht an die große Glocke gehängt", weil man sich offenhalten wollte, sie auch wieder rückgängig zu machen, wenn sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt gravierend verändert.

Während die Veränderungen in Morbach vollzogen sind, stehen sie in Hermeskeil noch bevor. Dort sind sie weniger gravierend: Eine einzige Stelle wird demnächst nach Saarburg verlagert. Wer sich neu arbeitslos meldet, muss sich ab dem 4. März nach Saarburg wenden. Das ist nicht der Fall, wenn etwa ein ganzes Werk geschlossen werden soll, wie es bei Siegenia Aubi in Reinsfeld bevorsteht (der TV berichtete). "In solchen Fällen versuchen wir, in das Unternehmen gehen", sagt Mares.

Meinung

Weniger Infrastruktur

Die Begründung für diesen Umzug macht froh, die Nachricht an sich nicht. Dass im kleinen Geschäftsstellenbezirk Morbach die Arbeitslosenzahlen vergleichweise gering sind, ist eine erfreuliche Tatsache. Dass die geringen Fallzahlen die Arbeitsagentur dazu veranlassen, ihre Arbeit weitgehend an die Mosel zu verlagern, ist es weniger. In Morbach ist die Behörde nur noch mit einem Rumpf-Team vor Ort. Da haben insbesondere die Menschen aus Thalfang weite Wege. Immerhin bleibt Morbach Anlaufstelle für Schwerbehinderte und Hartz-IV-Empfänger. Endgültig ist diese Lösung aber vermutlich nicht. Denn die Hartz-IV-Verwaltung muss ohnehin neu geregelt werden. i.rosenschild@volksfreund.de