Wellener Riesenloch ist mit Sand aufgefüllt

Wellen · Der eingestürzte Stollen in Wellen ist bis zur Oberfläche mit Sand aufgefüllt worden. Auch in Sachen Verkaufsverhandlungen gibt es bei den Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerken Neuigkeiten: Die österreichische Porr AG bestätigt, dass sie mit der Wellener Firma verhandelt.

 Das Loch bei Wellen ist noch größer geworden. Der umzäunte Bereich ist so groß wie die Hälfte eines Fußballplatzes. TV-Foto: Flugschule Portaflug Föhren

Das Loch bei Wellen ist noch größer geworden. Der umzäunte Bereich ist so groß wie die Hälfte eines Fußballplatzes. TV-Foto: Flugschule Portaflug Föhren

24 mal 18 Meter groß klaffte der Krater auf einem Acker in der Nähe des Obermoselortes Wellen wochenlang auf. 35 Meter tief führte das Loch, das durch einen Stolleneinsturz bei den Bergbaufirma Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerken (TKDZ) entstanden ist, in die Tiefe (der TV berichtete). Das Landesamt für Geologie und Bergabau (LGB) warnte in den vergangenen Monaten mehrfach, dass sich Spaziergänger nicht dem Loch nähern sollten. Es bestehe Lebensgefahr, wenn man zu nah herangehe.

Jetzt ist der Krater bis zur Oberfläche gestopft. Oder auf Bergmannsdeutsch: "Der Verbruch ist komplett verfüllt", sagt TKDZ-Geschäftsführer Winfried Meseke auf TV-Anfrage. Seine Firma hat in den vergangenen Wochen über zwei Förderbänder tonnenweise Sand in den Krater kippen lassen. Das saarländische Bergbauunternehmen Saarmontan hat die Arbeiten für die TKDZ erledigt. Das zeigt nun Wirkung.

Laut LGB muss zwar zum Teil noch Sand hinterhergekippt werden. "Zu größeren Einbrüchen kommt es aber nicht mehr", versichert der stellvertretende Amtsleiter Andreas Tschauder. Auch unter Tage sei der Stollen nun größtenteils abgesichert.

Neuigkeiten zu dem Wellener Bergbauunternehmen gibt es auch von anderer, ungewohnter Stelle - und zwar aus Österreich. "Die Porr-Gruppe ist zurzeit in Verhandlungen", bestätigt in Wien eine Konzernsprecherin der A. Porr AG (siehe Extra) auf TV-Anfrage. "Mehr können wir dazu nicht sagen", setzt sie hinzu.

Die Porr-Gruppe (siehe Extra) hat in diesem Jahr ihre Unternehmungen in Deutschland erfolgreich ausgebaut. Im Sommer hat der Konzern im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 einen Großauftrag der Deutschen Bahn mit einem Volumen von 720 Millionen Euro ergattert. Das Unternehmen soll zwei Tunnel bauen, die zu dem neuen Bahnhof führen. Dazu gehört auch der 9,5 Kilometer lange Fildertunnel, der größte des Projekts. Gerüchte, dass der Konzern die bei dem Tunnelbau anfallenden Erdmassen in dem Wellener Stollen einlagern will, bestätigte die Unternehmenssprecherin auf TV-Anfrage nicht.

Dass Verhandlungen mit der Porr AG laufen, bejahte auch TKDZ-Geschäftsführer Meseke. Näher will aber auch er sich nicht äußern.

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