Weltreligionen: Wie und was Menschen glauben

Weltreligionen: Wie und was Menschen glauben

Was ist der Islam? An wen glauben Hindus oder Christen? Das beantworten euch Schüler der Keune-Grundschule in Trier. Ihre vollständigen Beiträge findet ihr übrigens auf www.volksfreund.de/kinder

Was sind Religionen?Früher gab es noch keine Raketen, Mikroskope, Kameras oder elektrisches Licht. Kurz um, es gab noch keine moderne Wissenschaft. Daher konnten die Menschen auch nichts vom Urknall oder von der Entstehung von Vulkanen wissen. Aber wie die Menschen nun mal so sind, haben sie einen großen Wissensdurst. Sie wollten zum Beispiel wissen, was nach dem Tod kommt, oder wieso sie auf der Welt sind.Da man das aber nicht so leicht feststellen konnte, haben sie sich Geschichten ausgedacht. Aber es war nicht eine Geschichte, sondern mehrere. Manche glaubten an Engel und an das Paradies oder andere an das Fegefeuer. Auf jeden Fall gab es viele verschiedene Ideen und es entstanden viele verschiedene Religionen. Aber in keiner Religion ist es so, dass die Erde durch Zufall entstanden ist. Die meisten Menschen finden es schön, einer Religion anzugehören. Sie gibt ihnen Rat und Hoffnung. Es gibt aber auch einzelne Menschen, die nicht glauben wollen oder können.Es gibt fünf Weltreligionen. Sie heißen: Christentum, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und Islam. Diese heißen Weltreligionen, weil sie die meisten Anhänger haben. Es gibt auch Götter, an die keiner mehr glaubt, wie die der alten Römer oder Griechen. Theresa und JuliusDas ChristentumChristen nennt man die Menschen, die an Jesus von Nazareth als Sohn Gottes glauben. Sie nennen ihn Jesus Christus. Er lebte vor etwa 2000 Jahren in Palästina, das damals Teil des riesigen Römischen Reiches war.Nachdem Jesus von den Römern gekreuzigt worden war, reisten seine Anhänger, die man „Jünger“ nannte, hinaus in die Welt und verkündeten die Botschaft Jesu. Petrus, der Lieblingsjünger, leitete die Christengemeinde, genau wie Jesus gesagt hatte: „Auf dich will ich meine Kirche bauen.“Petrus ging nach Rom, wo gerade Kaiser Nero regierte. Dem passte es nicht, dass viele Christen sich trafen. Die Römer glaubten an verschiedene Götter, während es für die Christen (und Juden) nur einen Gott gab. Kaiser Nero ließ die Christen verfolgen. Petrus wurde auch getötet. Aber auf Dauer war die frohe Botschaft nicht aufzuhalten. Sogar Römer ließen sich überzeugen. Das Christentum wurde Staatsreligion und breitete sich rasch aus.Der oberste Mann in der Kirche, der Bischof, wurde in Rom als Nachfolger von Petrus bezeichnet und unter dem Namen Papst (das kommt vom Griechischen und heißt Vater) bekannt. Der Papst wurde als Chef der Christenheit bestimmt, aber nicht alle Christen folgen ihm (mehr dazu auf der anderen Seite) Was der Papst sagte, galt als Gottes Worte.Das erfolgreichste Buch der Welt heißt Bibel. Sie wurde in über 2200 Sprachen übersetzt. Die Bibel wird jedes Jahr 21 Millionen Mal gedruckt. Ein Teil der Bibel wird das Neue Testament genannt. Darin haben vier Männer aufgeschrieben, was sie über Jesus und sein Leben wussten. Die vier Männer hießen: Markus, Lukas, Johannes und Matthäus. Zusammen nennt man sie die Evangelisten. Übersetzt heißt es:„Frohe Botschafter“. Claire und AllegraTeilung der ChristenheitDie Menschen im Mittelalter stellten sich Gott als einen strengen Vater vor. Auch Martin Luther hatte einen sehr strengen Vater. Luther wurde am 10. November 1483 geboren. Heute ist Luther bekannt als großer Mann, dessen Ideen zur Spaltung des Christentums in Deutschland führten.Als Martin 21 Jahre alt war, gab es ein schlimmes Sommergewitter. Martin hatte sehr viel Angst, vom Blitz getroffen zu werden und betete zur heiligen Anna. Er versprach, Mönch zu werden, wenn er am Leben bliebe. Und das wurde er, später sogar Professor für Bibelwissenschaft an der Universität in Wittenberg.Luther fand es sehr schlimm, dass der Papst mit der Angst der Menschen vor der Hölle Geld verdiente. Damals sagten Kirchenmänner: Wer Geld bezahlt, kommt nicht in die Hölle. Also schrieb Luther seine Erkenntnis in 95 Sätzen auf und nagelte das Papier am 31. Oktober 1517 auf einem großen Zettel an die Tür der Schlosskirche. Papst zu dieser Zeit war Leon X (das X steht für „der Zehnte"). Ihm war es wichtig, viel Geld zu verdienen, weil er seine Kirche in Rom weiterbauen wollte. Er forderte Luther auf, seine Thesen nicht zu verbreiten. Doch Martin hörte nicht auf. Der Papst warf ihn aus der Kirche. Der Kaiser wollte ihn sogar töten.Freunde von Luther versteckten ihn zeitweilig auf einer Burg. Er lebte verkleidet als Ritter und nannte sich Junker Jörg. Hier übersetzte er die Bibel ins Deutsche, so dass sie mehr Menschen verstehen konnten. Martin fand viele Anhänger in Deutschland. So teilte sich die Kirche, und der Teil der zu Martin und seinen Anhängern hielt, nennt sich heute Evangelische Kirche (die Protestanten). Doch der andere Teil hielt zum Papst und zu Kaiser Karl V. (das V. steht für „der Fünfte“) und nennt sich römisch-katholisch. Auch der Bischof von Trier ist römisch-katholisch. Gestorben ist Luther am 18. Februar 1546 in Eisleben.Claire und AllegraDas JudentumDas Judentum ist der Vorläufer des Christentums, Jesus selbst war Jude. Der erste Teil der Bibel der Christen besteht aus Schriften der jüdischen Bibel.Der höchste Feiertag der Juden ist Jom Kippur – das Versöhnungsfest. Das Wort „Schalom“ bedeutet Frieden, und so grüßen sich die Juden, wenn sie sich begegnen.Vielleicht kennt ihr die zehn Gebote aus der Bibel, also dass man nicht stehlen, nicht lügen und nicht töten soll. Die Juden haben darüber hinaus noch viel mehr Regeln. Also Ge- und Verbote, zum Beispiel, mit welchem Wasser sie sich waschen sollen, von welchem Wasser sie trinken sollen und vieles mehr. Diese Regeln wurden von einem Propheten mitgeteilt. Auch wenn es schon 4 000 Jahre her ist, glauben manche strenggläubigen Juden noch bis heute daran.Marc, Franzi, Anna und VincentWas ist der Islam?Die Muslime glauben an einen Gott, sie nennen ihn Allah. Ihre Religion wurde von Muhammad gegründet. Er wird auch Mohammed genannt und lebte in der arabischen Wüste, etwa 600 Jahre nach dem Tod von Jesus Christus. Manchmal ging Muhammad in die Wüste auf einen Berg, wo eine Höhle war. Dort überlegte er, wer der richtige Gott sei. Auf einmal flog ein leuchtender Engel auf ihn zu. Er sagte: „Muhammad, du bist der Gesandte Gottes und ich bin Gabriel. Ich soll dir sagen, dass es einen großen Gott gibt!“Muhammad erzählte das seiner Frau und später vielen anderen Menschen. Heute glauben sehr viele Menschen auf der ganzen Welt an die Lehre von Muhammad, die im Buch Koran niedergeschrieben ist. Man nennt sie Muslime.Muslime haben bestimmte Regeln: Zum Beispiel fasten sie einmal im Jahr vier ganze Wochen. Diese Fastenzeit heißt Ramadan. Gläubige Muslime dürfen in dieser Zeit nur essen, wenn die Sonne noch nicht aufgegangen oder schon untergegangen ist. Wenn der Ramadan zu Ende ist, fängt das Zuckerfest, auch Id-al-fitr genannt, an. Dann werden die Kinder mit Süßigkeiten belohnt.Muslime müssen zudem fünf Mal am Tag beten: morgens bei Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, abends und bei Sonnenuntergang. Das machen sie in Moscheen. Auch bei uns gibt es diese Bethäuser der Muslime, zum Beispiel in Trier und Wittlich. Sie beten auf dem Teppich in Reihen.Mariam, Mariam, Justin und JuliusKopftuch-StreitGläubige Muslima sollen mit 16 Jahren ein Kopftuch tragen. Einige Mädchen und Frauen tun dies freiwillig. Sie zeigen damit, dass Sie an Allah glauben. Sie fühlen sich sicher und wollen nicht, dass Jungen und Männer ihnen hinterherschauen. Für andere Menschen ist das Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung. Denn in manchen islamischen Ländern werden Frauen bestraft, die ihren Kopf nicht bedecken. Auch in Deutschland gibt es Familien, in denen muslimische Mädchen gezwungen werden, ihren Kopf zu bedecken. redBuddhismusVor 2500 Jahren lebte Siddhartha Gautama im hinduistischen Indien, er war der Sohn eines Fürsten. Siddhartha hatte alles, was man sich wünschen konnte – für jede Jahreszeit einen Palast und das kostbarste Spielzeug. Leer und trostlos kam ihm trotz der ganzen Sachen aber sein Leben vor. Er begann ein Leben in Armut. Dabei dachte er viel nach über das Leben der Menschen und fand, deren Leid könne beendet werden, wenn man die eigene Gier überwindet. Er fand schnell viele Anhänger. Heute versuchen 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt nach seiner Lehre zu leben.Maximilian, Jona, Leon und JacopoHinduismusDer Hinduismus ist die drittgrößte und älteste Religion der Erde. Mindestens 800 Millionen Menschen gehören ihr an. Das sind zehnmal so viele Menschen, wie in Deutschland leben.Die Hindus glauben, dass über der Welt eine große Seele schwebt. Jede Hinduseele will mit der großen Seele verschmelzen, aber dies kann sie nur, wenn sie vorher richtig gelebt hat. Ein kurzes Menschenleben reicht dafür nicht aus, deshalb glauben die Hindus, dass jede Seele mehrmals wiedergeboren wird. Die Hindus haben Tausende von Göttern, und jeder kann sich aussuchen, welcher Gott ihm am besten gefällt.David, Theresa, Jannik und Mathis