Mainz: Weniger Drogentote in Rheinland-Pfalz

Mainz : Weniger Drogentote in Rheinland-Pfalz

Das Landeskriminalamt sieht noch keinen Anlass, von einem Trend zu sprechen.

Die Zahl der Drogentoten in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Bisher seien 49 Fälle gezählt worden, bei weiteren drei Fällen sei die Todesursache noch nicht genau geklärt, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Mainz mit. Im Jahr zuvor zählte das LKA noch 68 Drogentote, das war der höchste Stand seit dem Jahr 2009. Von 2015 auf 2016 war die Zahl um 20 Tote – oder rund 42 Prozent – gestiegen.

Die Behörde warnte davor, aus dem Vergleich der Zahlen voreilige Schlüsse zu ziehen. „Über einen Trend kann man jetzt noch keine Aussage treffen“, sagte eine LKA-Sprecherin. So seien in der Zahl zum Beispiel auch Langzeitkonsumenten enthalten, die ums Leben kamen. Die genaue Zahl der Drogentoten für das vergangene Jahr steht etwa Ende Januar fest. Das LKA hatte vor einem Jahr von einem Zehn-Jahres-Schnitt von 51 Menschen gesprochen, die durch den Konsum von Rauschgift pro Jahr ums Leben kamen. Damit läge die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr etwa im Durchschnitt.

Im Jahr 2016 zählte das Bundes­kriminalamt (BKA) bundesweit 1333 Drogentote, das war ein Plus von 126 oder rund neun Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor gewesen. Rheinland-Pfalz lag mit 68 Drogentoten bei den absoluten Zahlen im Mittelfeld der Länder. Gemessen an der Zahl der Toten pro 100 000 Einwohner kam Rheinland-Pfalz mit 1,7 Todesfällen ebenfalls ins Mittelfeld – zwischen 0,6 für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen sowie 4,7 für Berlin.

In Rheinland-Pfalz gibt es dem Sozialministerium zufolge 43 Suchtberatungsstellen und 16 Außenstellen. Die Ermittler waren im vergangenen Jahr mehrfach gegen die Verbreitung von Drogen vorgegangen. So zerschlugen sie zum Beispiel im Dezember bei einer Razzia in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ein Netz mit 13 Online-Shops für Designer-Drogen.